Politik

Newcomer fordert Erdings Oberbürgermeister Max Gotz heraus 

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Hans Schmidmayer nebst dem Spitzenkandidat der SPD Alexander Gutwill und Horst Schmidt (v.li.)

Mit Spitzenkandidat Alexander Gutwill startet die Erdinger SPD den Langstreckenlauf

Erding – Der Ortsverein der Erdinger SPD schickt den Newcomer, Alexander Gutwill – 41 Jahre alt, Vater von 4 Kindern, ins Rennen, um Max Gotz abzulösen. Während eines Pressegespräches teilte Gutwill mit, dass er 2013 das erste Mal der SPD beigetreten sei, um ein Jahr später, diese wegen der Edaty-Affäre zu verlassen. 

Seit Juli 2019 ist er wieder mit dabei und will sich den Chefsessel des Oberbürgermeisters holen. Diesbezüglich hätte er auch schon ein paar konkrete Pläne. Er will die Planung und Bauung des Tunnels zwischen den beiden Rathäusern kippen. Somit hat Gutwill seine erste Kampfansage als Spitzenkandidat der SPD an OB Gotz gerichtet. „Das Geld sollte man in die IT investieren“, meinte Gutwill. „Besser die Dateien wandern, als die Mitarbeiter“, so Gutwill weiter. 

Gutwill möchte unter anderem auch mehr Bürgerbeteiligung, in Form eines Jugend- und eines Seniorenbeirats, der auf zwei Jahre begrenzt wäre. Nach zwei Jahren Amtszeit sollte „dann neuer Wind hereinkommen.“ Nach Thomas Schmidbauer, der nicht mehr antreten wird, ist Gutwill der nächste Kandidat, der ohne Stadtratserfahrung den amtierenden Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) herausfordert. 

Wenn es nach dem Wunsch und Willen des Ortsvorstandes geht, ist Gutwill der auserwählte Mann, der in den nächsten Jahren die SPD verändern und verjüngen soll. Denn bei der Kommunalwahlen 2020 wird die Ära der altgedienten Stadträte enden. Bei dem Pressegespräch kündigten der Ortsvorsitzende Horst Schmidt und Hans Schmidmayer ihren Rücktritt von der Kommunalpolitik an. 

Nicht mehr antreten werden auch Jutta Harrer und Willi Scheib. Nur eine bleibt und kandidiert erneut, Tülin Güvenc-Mecilioglu, sie ist vor wenigen Monaten nachgerückt. Aussagen zu Folge von Horst Schmidt, will die Erdinger SPD, mit „neuen und frischen Kräften an den Start gehen“, und „wir sehen das auch als Langstreckenlauf, mit einem strak verjüngtem Team“, geleitet von Gutwill. 

Schmidt sei bewusst und Gutwill auch, dass es nicht einfach seien wird, weil er als Newcomer sich erstmals „das Renommee erarbeiten muss“, so Schmidt. Des Weiteren räumt er ein, dass die Chancen nicht sehr groß sind, gleich im ersten Wahlgang, aber „Max Gotz hat auch mal klein angefangen“, so Schmidt. Schmidt war so frei und deutete an, dass keiner der Bürger oder Mitglieder, mit einer Abwahl von Max Gotz rechnen wird, daher muss Gutwill im Falle einer Niederlage nichts fürchten und schon gar nicht, das er wieder vom Hof gejagt zu werden. 

Gutwill wohnt seit 2001 in Erding und arbeitet zurzeit als Abteilungsleiter im Isar-Amper-Klinikum in München-Haar und Taufkirchen. 1993 fing er als Eisenbahner an, war danach vier Jahre bei der Bundeswehr. Er landete schließlich bei einem Logistiker und einem Ingenieurdienstleister im Bezirkskrankenhaus.

Ehrenamtlich engagiert er sich bei der DLRG als Sanitäter. Ausbaufähigkeit- und Bedürftigkeit sieht Gutwill auch in den innerstädtischen ÖPNV. Er will sich für saubere Luft einsetzten und er kann sich gut vorstellen, dass „Elektro- und Wasserstoffbusse durch Erding fahren, sowie „autonom fahrende Busse.“ Er ist für „Park and Ride.“ 

Sein Ziel wäre, jedes Jahr um die 50 Ladestationen zu bauen, sowohl für Elektroautos wie für E-Bikes. Eine Fußgängerzone lehnt er kategorisch ab. Gutwill meint, „es soll ein gelichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsarten in der Altstadt geben.“ Er möchte sich für bezahlbaren Wohnraum stark machen. Gutwill wünscht sich für sich und seine Familie und für alle Bürger „eine Stadt im Grünen.“ Er möchte nicht „von den Autos erschlagen werden“, so Gutwill. 

Die Strategie der Aufstellung der Stadtratsliste wird am 21. November vorgestellt, sowie die offizielle Nominierung von Gutwill. Auch die Kandidaten werden laut Schmidt deutlich verjüngt sein. Allerdings gab der Vorsitzende zu, 40 Kandidaten würden es nicht sein, dafür gebe es eine Frauenquote und sie würden „eine andere Strategie anwenden.“ Auf die Frage, warum Gutwill für den OB kandidieren möchte, kam die Antwort „Weil ich nach Lösungen und Alternativen suche“ und ein „frischer Wind von außen, Lösungsansätze bringen kann.“ 

Gutwill ist bereit für neue Impulse und klare Linien, „weil ich Verantwortung übernehmen kann“ und er sagt noch „dass ich Ahnung von der Verwaltungstätigkeit habe, durch meinen Beruf.“ Im Falle einer Niederlage erklärt sich Gutwill bereit, die Stelle als Fraktionschef zu übernehmen und anzutreten.

Er sagt auch „Die SPD befindet sich in einer schwierigen Lage“, aber er hat das Ziel, dass die fünf Mandate erhalten bleiben. Gräfin von Lauerhoff

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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