Bildung im Landkreis

Offizielle Eröffnung der Wanderausstellung zum Thema Demenz  in der Klinik Wartenberg

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Ausstellungseröffnung mit (v.l.) Sibylle Merx (Fundraising Johanniter), Irene Hilf (Klinik) , Maria Strizelberger (Fachkraft Klinik) Cornelia Lorenz (Personalakquise Johanniter) und Bürgermeister Manfred Ranft

„Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“

Der 1. Bürgermeister Manfred Ranft nahm am Montag offiziell die Eröffnung der Wanderausstellung „Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege in der Klinik vor. Organisiert wurde die Ausstellung in Kooperation der Johanniter-Unfallhilfe (Regionalverband Oberbayern) und dem Freundeskreis Klinik Wartenberg. Bis zum 22. März wird hier t im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie über das Leben mit Demenz informiertund soll so dazu beitragen, Menschen mit Demenz besser zu verstehen. Darüber hinaus klärt die Ausstellung über Demenzerkrankungen auf, hilft Ängste abzubauen und gibt auch Tipps zum Umgang mit Demenzkranken. „Hier in dieser Klinik ist das Thema genau richtig angesiedelt.“ Demenz ist nun auch in der Gesellschaft angekommen. Da die Menschen heute älter werden ist auch die Erkrankung Demenz gestiegen,“ so Manfred Ranft. Er dankte den Johannitern, die sich speziell dem Thema annehmen und schon mit dem Cafe Glückszeit hier tätig sind. 

Die Chefärztin der Akutgeriatrie und Palliativmedizin Dr. Saskia Rupp führte aus, dass seit über 20 Jahren die Geriatrie, das heißt die Versorgung von älteren Menschen, der tragende medizinische Schwerpunkt in der Klinik Wartenberg ist. Mit steigendem Alter erhöhe sich der Anteil der Menschen mit Demenz von circa fünf Prozent bei den 75jährigen auf 35 Prozent bei den 90-Jährigen. Entscheide man sich also für die Behandlung von geriatrischen Patienten, entscheidet man sich gleichzeitig für die Behandlung von Menschen mit Demenz. In der Klinik Wartenberg, in der hauptsächlich geriatrische Patienten behandelt werden, spielt Demenz als Nebendiagnose eine immer größer werdende Rolle. Die Einrichtung begegnet diesem Trend u.a. dadurch, dass es seit circa zwei Jahren zwei Demenzbeauftragte im Haus gibt, die neben einer stärkeren Sensibilisierung für das Thema auch spezielle Beschäftigungsangebote für dementiell erkrankte Patienten organisieren. Die Johanniter betreiben seit mehreren Jahren einmal wöchentlich das Café Glückszeit, in dem an Demenz erkrankte Personen, die noch zu Hause leben, für ein paar Stunden betreut und beschäftigt werden – auch, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Als Ärztin liege ihr am Herzen der Stigmatisierung entgegenzuwirken die auch heute oft noch mit der Diagnose Demenz verbunden sei. 

Maria Stritzelberger, Fachkraft für Basale Stimulation an der Klinik Wartenberg, informierte dann anschaulich unter dem Motto „Perspektivwechsel“ darüber, wie sich an Demenz erkrankte fühlen. Sie nahm die Zuhörer mit auf eine Phantasiereise mit geschlossenen Augen. Mit Tonaufzeichnungen und begleitenden Worten führte sie vor, wie Angst, Beklemmung, Orientierlosigkeit sich bei Demenzerkrankten anfühle. So sei es sehr wichtig, diesen Menschen Sicherheit und das Gefühl, dass Jemand für sie da ist zu geben. Da gab es dann auch Details wie, dass es bei fortgeschrittenen Frauen besser sei sie mit Vornamen anzureden, da sie sich nur noch an Geschehnisse vor der Hochzeit erinnern. Hier wurde dann auch die Frage nach dem Sterben dürfen den Zuhörern gestellt. Da gab es nur die passende Antwort „Patientenverfügung“. Die Ausstellung in der Klinik zeigt eine große Kopf-Skulptur mit Regalen und Fächern, in denen den Besuchern das Thema Demenz in verschiedenen Aspekten näher gebracht wird. Man erfährt, was geschieht, wenn für die Betroffenen und deren Angehörige die Welt buchstäblich Kopf steht. Wie äußert sich die Krankheit? Wo kann ich Hilfe und Beratung erhalten? Diese und weitere Fragen werden auch in den Begleitbroschüren zur Ausstellung beantwortet. Diese Ausstellung macht Mut und liefert Hilfestellungen. Ihre Botschaft ist einfach: Auch ein Leben mit Demenz ist lebenswert.

Öffnungszeiten/Vorträge

Irene Hilf von der Klinik gab bekannt, dass die Ausstellung täglich in der Zeit von 8 bis 19 Uhr frei zugänglich ist. Zu sehen ist sie im Eingangsbereich West (unter der großen goldenen Uhr). Desweiteren gibt es im großen Vortragssaal der Klinik folgende Vorträge: „Medizinische Aspekte von Demenz-Erkrankungen: Welche Anforderungen stellen sie an die Betreuenden?“ – Vortrag von Dr. Ralf Marquard, Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen sowie „Die Demenz-WG“ – Erfahrungsbericht von Siglinde Lebich, Verein Älter Werden in Eching am Montag, 11. März ab 17 Uhr. „Brücken bauen zu Menschen mit Demenz – wie kann ich selbst zur Brücke werden im Umgang mit Menschen mit Demenz“. Vortrag von Rosmarie Maier, freiberufliche Referentin in der Erwachsenenbildung; langjährige Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken am Dienstag, 12. März um 18 Uhr. Filmvorführung: „Vergiss mein nicht“ in Kooperation mit der AOK und der Alzheimer-Gesellschaft am Mittwoch, 20. März, um 18 Uhr.  - bs

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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