Podiumsdiskussion des BBV-Kreisverbands mit Bundestagskandidaten in Fraunberg

Die Bundestagskandidaten (v.li.) Christoph Lochmüller (Grüne), Birgit Obermaier (Freie Wähler), Dr. Andreas Lenz (CSU, MdB), Magdalena Wagner (SPD) und Marc Salih (FDP) stellten sich den Fragen der heimischen Landwirte
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Die Bundestagskandidaten (v.li.) Christoph Lochmüller (Grüne), Birgit Obermaier (Freie Wähler), Dr. Andreas Lenz (CSU, MdB), Magdalena Wagner (SPD) und Marc Salih (FDP) stellten sich den Fragen der heimischen Landwirte

Bei den Bauern brodelt es gewaltig: Podiumsdiskussion des BBV-Kreisverbands mit Bundestagskandidaten, die sich den Fragen der Landwirte stellten. Diese fühlen sich von der Politik im Stich gelassen

Fraunberg – Bei einer Podiumsdiskussion des BBV-Kreisverbands Erding stellten sich die Bundestagkandidaten Christoph Lochmüller (Grüne), Birgit Obermaier (Freie Wähler), Andreas Lenz MdB (CSU), Magdalena Wagner (SPD) und Marc Salih (FDP) den Fragen der Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen. Kreisbäuerin Irmgard Posch und Kreisobmann Jakob Maier vertraten die Interessen ihrer 1700 Mitgliedsbetriebe im Landkreis Erding und moderierten den Diskussionsabend. Sie forderten gesellschaftliche Akzeptanz und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Am Ende der fast dreistündigen Diskussionsrunde waren sich die Parteivertreter bei Themen Planungssicherheit sowie einheitliche EU-Regeln für die Landwirte aber ziemlich einig.

Magdalena Wagner möchte keine Produkte, die Klimaschädlich hergestellt wurden, aber Mindestpreise zum Beispiel bei der Milch. Andreas Lenz sagte: „Bei der Produktion in der EU müssen Qualitäts- und Produktions-Standards eingehalten werden. Wir sind bei Produktionen nach deutschem Standarts in einigen Ländern Vorreiter, was sich nicht immer als Vorteil herausgestellt hat.“ Birgit Obermaier hofft auf ein Umdenken: „Es kann nicht sein, das schlecht produzierte Ware mit unseren in Konkurrenz tritt.“ Für Verbraucher muss die Aufklärung schon in den Schulen beginnen. Die Bürger sollten aufgeklärt werden, was die Landwirtschaft leistet, so die Kandidaten-Union. Für Projektwochen an den Schulen werde aber an jedem Euro geknausert, kritisiert Posch. Es bringe nichts, vor Ferienbeginn kurz auf einem Hof vorbeizuschauen, in den Schulen Filme übers Kükenschreddern anzuschauen und dann dazu aufzurufen, kein Fleisch mehr zu essen.

Für einen lautstarken Frontalangriff sorgte Ortsobmann Georg Eschbaumer aus Notzing: „Ihr habt in den letzten 30 Jahren Vernichtungspolitik betrieben und ihr fordert uns auf, euch zu wählen. Das ist Verarschung der Landwirtschaft“, wetterte er. MdB Andreas Lenz räumte Fehler ein, betonte aber, es sei auch Einiges erreicht worden. Für das Volksbegehren Bienenschutz etwa sei von Politik und Bauern zu spät reagiert worden. „Wir müssen künftig die Bevölkerung besser aufklären“, forderte er.

Anton Rasthofer Ortsobmann aus Kirchberg klagte: „Wir Landwirte haben Jahrzehnte immer getan, was die Politik uns auferlegt hat – und das immer zum gleichen Milchpreis. Ein Kuhplatz für einen neuen Stall kostet heute 20.000 Euro, da reicht insgesamt mit allem eine Million nicht. Die Politik drückt sich aus jeder Verantwortung.“

Auf die Frage, ob die Kandidaten jungen Landwirten eine Zukunft gäben, bekannte der FDP-Mann: „Stand heute nicht.“ Birgit Obermaier war der Ansicht: „Mit den vielen Regelungen würde ihnen der Mut genommen.“ Christoph Lochmüller regte an, dass sich Landwirte zu Genossenschaften zusammenschließen und ihre Produkte direkt an den Verbraucher liefern.

Die Kandidaten und die Landwirtschaft

Auf dem Podium saßen: Christoph Lochmüller (Bündnis 90/die Grünen) Das Herz des verheirateten 54-jährigen Familienvaters aus Hohenlinden schlägt in der Landwirtschaft. Klimaschutz ist ihm sehr wichtig. Sorgen macht er sich über den schlechten Verdienst und der geringen Wertschätzung in der Landwirtschaft. Birgit Obermaier (Freie Wähler) 46, aus Pastetten, Journalistin und im Marketing tätig, ist durch ihre Liebe zu Pferden zur Landwirtschaft gekommen. „Ich unterscheide nicht zwischen konventionell und Bio und möchte mich für bessere Rahmenbedingungen einsetzen.“ Dr. Andreas Lenz MdB (CSU), 40, aus Frauenneuharting, sagt Ja zur Tierhaltung. Sie ist die Grundlage für die Landwirtschaft und stehe für Souveränität bei Lebensmittel. Magdalena Wagner (SPD), 30, aus Egmating wohnt auf einem alten Bauernhof. Der Lehrerin und Schulpsychologin ist der Dialog zwischen Politik und Landwirten sehr wichtig. Sie steht für einen Mindestpreis bei der Milch und Förderungen der kleinen Betriebe. Marc Salih (FDP), 47, aus Poing, Oberkommissar und nebenberuflicher Immobilienmakler ist die Steuerpolitik und das Festhalten an Privilegierungen wichtig. Er steht für Direktvermarktung regionaler Produkte in größeren Ketten - to

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