Raus aus den Sorgen, rein in’s Leben

Erding

(kg) – Schulische Probleme, Ärger innerhalb der Familie, Liebeskummer, Stress mit Mitschülern oder Freunden. Das Team der Brücke e.V. hat sich seit 25 Jahren den kleinen und großen Problemen von Kindern und Jugendlichen verschrieben. Ihre Arbeit ist dort, wo die Jugendlichen sind. Sie helfen, wo die Eltern nicht mehr weiterkommen, aber es noch zu früh für die Verständigung des Jugendamtes ist. 42 Mitarbeiter greifen Jugendlichen im Jahr rund 150 bis 170 Mal unter die Arme, die mit ihren Sorgen nicht mehr alleine gelassen werden wollen. “Natürlich können wir nicht helfen, wenn das Kind nur schlechte Noten hat oder nicht lernen will. Dann ist Nachhilfe gefragt. Wenn die Kinder aber komisch reagieren, sind wir der richtige Ansprechpartner”, erklärt Martina Eichner, die seit 12 Jahren bei der Brücke ist. Die ersten drei Beratungsgespräche sind kostenlos und wichtig. Hier müsse das Problem gefunden werden. Oft würden die jungen Leute den Grund ihres Problemes gar nicht kennen. Manche Sorgen lösen sich schon innerhalb der ersten zwei Gespräche. “Es gibt auch kleinere Themen, die für junge Menschen groß sind”, sagt Eichinger. Nach drei Gesprächen stellt sich heraus, ob der Fall an das Jugendamt weitergeht. Denn dieses entscheidet, ob weitere Maßnahmen nötig sind und übernimmt dann auch die Kosten. “Wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist, müssen wir den Fall an das Jugendamt weitergeben. Obwohl der Horror der Jugendlichen immer groß ist. Aber dann endet unsere Schweigepflicht.” Geschäftsführerin der Brücke, Barbara Huber, hat den Verein mitgegründet. Innerhalb der letzten 25 Jahre bemerkte sie eine Verhaltensänderung der Menschen: “Die Leute werden immer wachsamer, sensibler. Familien vertrauen in Institutionen wie unsere.” Eine sogenannte Erziehungsbeistandschaft, die Jugendlichen also weiterhin begleiten, kann sich in manchen Fällen bis zu zwei Jahren ziehen. Die Familien müssen sich darauf einlassen. Wenn ein Problem nach den ersten drei Gesprächen noch nicht aus der Welt geschaffen werden konnte, beginnt die Arbeit in den Familien. Der erste Schritt, die Beobachtung, ist wichtig für die weitere Zusammenarbeit zwischen der Familie und dem Brücke-Mitarbeiter. “Die Familie muss zunächst stabilisiert werden. Oft gibt es einen Riesenwulst von Problemen”, weiß Martina Eichner. Es werden Konfliktlösungsstrategien erarbeitet. Kommunikation heißt das Zauberwort. Häufig würden die Familienmitglieder sich nicht richtig zuhören. So soll darauf geachtet werden, einen Konflikt in solchen Fällen erst gar nicht entstehen zu lassen. “Ausreden, Zuhören, Verstehen, Nachfragen”. Die positive Rückmeldung von Jugendlichen, mit denen das Brücke-Team bereits erfolgreich gearbeitet hat, würde für sich sprechen. “Oft werden wir auf Hochzeiten eingeladen. Ich durfte sogar schon einmal auf Wunsch einer Dame, mit der ich gearbeitet habe, bei der Geburt ihres Kindes dabei sein”, erzählt Martina Eichner. Ihre Arbeit sei allerdings nicht mir der der bekannten Super-Nanny aus dem Fernsehen vergleichbar. “So einfach ist es nicht”, merkt die Sozialpädagogin an. Neben Erziehungsbeistandschaften ist die Brücke auch im Bereich Schulsozialarbeit tätig sowie im Täter-Opfer-Ausgleich. Sie betreuen jugendliche Straftäter und begleiteten sie während der vom Gericht verordneten erzieherischen Maßnahmen. Weitere Informationen zur Arbeit von Barbara Huber und ihrem Team gibt es im Internet unter www.bruecke-erding.de.

Auch interessant:

Meistgelesen

Schulstart am AFG Erding mit 12 neuen Kollegen und neuer Schulleiterin
Schulstart am AFG Erding mit 12 neuen Kollegen und neuer Schulleiterin
Evelin Dudek eröffnet Hundeschule „Emma & Balu“ in Fraunberg
Evelin Dudek eröffnet Hundeschule „Emma & Balu“ in Fraunberg
Abiturfeier der Beruflichen Oberschule
Abiturfeier der Beruflichen Oberschule
Kreisjugendfeuerwehrtag in Maria Thalheim
Kreisjugendfeuerwehrtag in Maria Thalheim

Kommentare