Unterhaltung / Kirche

Podiumsdiskussion am Ökumenischen Kirchentag

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Teilnehmer und Verantwortliche der Podiumsdiskussion: Nikolaus Hintermaier, Pfarrer Dr. Roland Fritsch (2. v.l.), Direktor Josef Grundner, Staatsminister Dr. Marcel Huber, Weihbischof Bernhard Haßlberger, Frauenbeauftragte Andrea Bliese, Autor Dr. Peter Felixberger, Moderator Werner Reuß, Dr. Hildegard Kronawitter, Islamratsvertreter Ali Kizilkaya und Theologe Georgios Vlantis.

Vertreter aus Religion, Staat und Gesellschaft diskutieren, ob Religion verbindet oder trennt

Erding – „Religion – Polarisierung der Gesellschaft oder Hilfe zur Integration?!“ Das war der Titel der Podiumsdiskussion in der Heilig-Blut-Realschule am Wochenende im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags. Mit Sicherheit einer der Höhepunkte im Programm. Die bayerische Staatsregierung war durch Dr. Marcel Huber vertreten. Von kirchlicher Seite nahm Weihbischof Bernhard Haßlberger teil. Aber besonders freuten sich die Veranstalter über die Teilnahme von Ali Kizilkaya, eines Vertreters des Islamrates. So konnte sich unter anderem eine interessante Diskussion zum Islam-Religionsunterricht an deutschen Schulen entspinnen. Einigkeit herrschte bei allen Podiumsteilnehmern darüber, dass es mehr als sinnvoll wäre, könnte man diesen endlich anbieten. Dies würde einen wertvollen Beitrag zur Prävention vor Radikalisierung leisten. Jedoch scheitere das Angebot bisher an einem fehlenden Ansprechpartner seitens der Muslime, der gültige Aussagen zum Inhalt eines solchen Faches machen könne und dürfe, so Marcel Huber. 

Sowohl evangelische als auch katholische Kirche seien hier anders gegliedert und klar in den Vorgaben. Eine weiterer Schlagabtausch entstand zum Thema „Leitkultur“. Die Frage stand im Raum, ob nicht ein Grundgesetz alles Notwendige für ein gelingendes Miteinander in Deutschland enthalte. Dieser Meinung war der Großteil der Podiumsteilnehmer. Allein Marcel Huber musste wohl schon aus Wahlkampfgründen hier die „bayerische Andersheit“ betonen, die erweiterte Richtlinien zum Zusammenleben sinnvoll macht. Auch zum Thema Religion und Gewalt tauschte man sich aus. Weihbischof Haßlberger gab zu bedenken, dass Gewalt ein Teil der menschlichen Natur sei. Und da Religion tief in das Innerste des Menschen hineingreife, könne sie auch die untersten Schichten zu Tage fördern. In Verbindung mit bestimmten politischen oder gesellschaftlichen Hintergründen, könne Religion dann durchaus ein Treibriemen sein – aber genauso befriedend wirken. Und den Eindruck, dass Glaube eher verbindet als trennt, durften die Zuhörer dann auch mit nach Hause nehmen. 

Denn das Wichtigste, so der griechisch-orthodoxe Theologe Georgios Vlantis, sei doch der Austausch und das Kennenlernen zwischen den Religionen. Ökumene und ein religiöses Miteinander hätten etwas absolut Befruchtendes und Befreiendes, so Vlantis. gre

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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