Rettende Engel für die Eltern

Erding –

„wellcome“ – Praktische Hilfe nach der Geburt. Das Baby ist da, die Freude riesig – und nichts geht mehr. Babystress pur, aber keine Hilfe weit und breit. Denn immer öfter sind Eltern, Geschwister und Bekannte über das ganze Land verstreut. Lediglich ein Prozent aller Haushalte in Deutschland umfasst mehr als zwei Generationen, die unter einem Dach leben. „In unserer modernen Zeit ist es uns abhanden gekommen, füreinander zu sorgen“, weiß Rose Volz-Schmidt, Gründerin von „wellcome“. Die räumliche Distanz innerhalb von Familien macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn man auf die Hilfe der Liebsten angewiesen ist. Die Geburt eines Kindes ist häufig ein Einschnitt, der zunächst einmal überfordert. Drei Tage ist die durchschnittliche Verweildauer im Erdinger Krankenhaus nach einer Geburt – drei Tage, in denen Eltern all das lernen sollen, was das neue Familienmitglied an Herausforderungen mit sich bringt. „Selbst ich als Frau vom Fach habe nach der Geburt meiner ersten Tochter vollkommen den Verstand ausgeschaltet“, erzählt „wellcome“-Gründerin Volz-Schmidt. So manch problematische Biographie entsteht aus der Überforderung frisch gebackener Eltern. Rose Volz-Schmidt erkannte nach der Geburt ihrer Tochter vor 20 Jahren, dass sie mit ihren Problemen keinesfalls alleine dastand und entwickelte 2002 als Leiterin zweier Familienbildungsstätten das Konzept von „wellcome“. Inzwischen gibt es bundesweit etwa 200 „wellcome“-Teams. Träger in Erding ist das katholische Bildungswerk, die Patenschaft übernimmt Landrat Martin Bayerstorfer. „Gerade in einer Zuzugsregion wie Erding sind die familiären Wurzeln und Bindungen oft nicht mehr so greifbar“, betonte der Landrat. Umso wichtiger sind deshalb die rettenden Engel von „wellcome“. Die wellcome-Teams unterstützen Familien in den ersten Wochen und Monaten beim Übergang von der Geburt im Krankenhaus in den Alltag zuhause. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen entlasten die Familien ganz individuell durch praktische Hilfe. Sie wachen über den Schlaf des Babys, während die Mutter sich erholt, bringen die Geschwister zum Kindergarten oder hören einfach nur zu. Koordinatorin von „wellcome“ Erding ist Gaby Mutzbauer. Sie ist Mutter von drei Söhnen und arbeitet seit Jahren in der Familienbildung. Als eine „große Bereicherung“ sieht sie die Arbeit der ehrenamtlichen „wellcome“-Engel, die ab sofort ihre Unterstützung für die Erdinger Familien anbieten. sabs

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