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Schaurig schöne Lieder

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Wartenberg

(ha) – Auf Einladung des Vereins Wittelsbacher Jagdhaus Wartenberg e.V. gaben der singende Zahnarzt Dr. Norbert Hartmann und Friedl Wotruba schaurig schöne Lieder von Georg Kreisler zum Besten. Und wieder einmal traf die Veranstaltung des Vereins ganz den Geschmack des Publikums, denn der komplette Gastraum des Cafes Härtl in Wartenberg war bis auf den letzten Platz gefüllt. Noch während der launigen Begrüßung durch Dr. Heike Kronseder, Schriftführerin des Wittelsbacher Vereins, wurden eilig Stühle und Tische aus dem Nebenzimmer herein getragen, damit alle Besucher Platz nehmen konnten. Schön war der Abend in jedem Falle - nicht nur für die Veranstalter, denn diese freuten sich am Ende über einen weiteren netten Betrag aus eingesammelten Spenden, der dem Erhalt des einstigen Jagdhauses der Wittelsbacher zu Gute kommen wird, sondern auch für alle anwesenden Gäste. Musikalisch und schauspielerisch war die Darbietung von Hartmann und Wotruba ein Hochgenuss. Bei vielen Liedern blieb kein Auge trocken - zu komisch, witzig, stellenweise albern und humorig waren die Texte Kreislers. Eine Fundquelle von Zitaten und musikalischen Finessen ist der "Musikkritiker". Hier wir die Karriere eines Musikkritikers beschrieben, der eigentlich ganz unmusikalisch ist. Lustige Stellen auch beim Lied "Triangel", das von einem Triangelspieler und seine wichtige Rolle im Orchestergraben erzählt. Lautmalereien und musikalische Zitate zum Beispiel aus Beethovens Pathétique und der zweiten Rhapsodie von Liszt wechseln sich ab. Musikalischer und Rhetorischer Hochgenuss! Schaurig aber war der Abend auch, denn viele Texte hatten oft versteckt, manchmal aber auch ganz vordergründig die dunklen Tiefen der menschlichen Seele zum Inhalt. Beim Lied “A Bidla Buh” ist der Text zu Beginn betont kitschig, denn es geht um Liebe; makaber wird es im Verlauf des Liedes als klar wird das der Verliebte ein Massenmörder ist und die Frauen, die er liebt alle umbringt. Die flotte Musik unterstrich ganz und gar den Humor des Textes, "unsere Liebe hatte kaum angefangen da nahm Janine eines Tags Aspirin, das Aspirin das war Strichnin, auch heute noch liebe ich Janine". Das Lachen blieb einem auch im Halse stecken beim Lied "Tauben vergiften", beim "Finanzkrisensong" oder bei "Es wird alles wieder gut, Herr Professor". Nach drei Zugaben endlich durften die beiden Musiker Hartmann und Wotruba von der Bühne gehen. Langanhaltender Applaus folgte ihnen. Der erste Vorsitzende des Vereins Wittelsbacher Jagdhaus Wartenberg, Franz Weiß, bedankte sich beim Publikum und den Akteuren.

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