Corona-Pandemie

Schicksalen ein Gesicht geben: Erdinger Fotografin Esther Bauer startet Projekt

Arbeitslose Mitarbeiter halten Schild hoch
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Pension Garni Dangl in Oberding – eines von vielen Unternehmen, die unter der Krise leiden

Die Erdinger Fotografin Esther Bauer hat das Projekt „Menschenbild – sichtbar im Jetzt“ gestartet – sie will auf Menschen aufmerksam machen, die die Pandemie besonders schwer getroffen hat

Erding – Es wurde schon so viel geschrieben, geredet, diskutiert. Jetzt lasse ich Bilder sprechen. Das war mein Ansatz und Idee zu diesem Projekt. Mein Name ist Esther Bauer und ich bin Fotografin und Visagistin. Und wer, wenn nicht eine Fotografin kann am besten Bilder sprechen lassen. So viele kleinere und größere Betriebe sind von dieser Krise betroffen. Die Fitnessbranche genauso wie die Kunst- und Kulturbranche. Einzelhandel wie die Gastronomie. Fotografen wie Friseure und, und, und.

Fünf Busse abgemeldet, 80 Prozent Einbußen bei Linner Reisen in Erding – eines von vielen Unternehmen, die unter der Krise leiden

Aber wer gibt diesen Menschen, die in dieser Krise psychisch und finanziell so viele zu leisten haben, eine Stimme, ein Gehör oder schaut sie sich wirklich an? Wer weiß, wie viele Mitarbeiter der Schmuckladen von nebenan hat, die nach wie vor bezahlt werden wollen? Wer weiß, wie viel Prozent Umsatzeinbußen das Reisebüro meines Vertrauens während der Krise gemacht hat? Wer weiß die Besucherzahlen, die keine Konzerte und Veranstaltungen letztes Jahr besuchen konnten? Zahlen, die uns nicht bekannt sind.

Das Friseurteam Scholz in Taufkirchen – eines von vielen Unternehmen, die unter der Krise leiden

Über die nicht berichtet wird. Die es aber trotzdem gibt. Und nicht nur einmal, zweimal, oder dreimal, sondern unzählige Male. 15 Mitarbeiter im Friseurladen, 9 Angestellt im kleinen Schmuckladen um die Ecke, 83,48 Prozent Umsatzeinbußen beim Reisebüro, 45.000 Besucher weniger in der Stadthalle, 100 Prozent Umsatzeinbußen bei dem ein oder anderen Künstler. Ein Gastronom mit drei Standbeinen – kein einziges bringt mehr Geld ein. Und das sind nur vier Beispiele aus meinem unmittelbaren Umfeld. Zahlen lügen nicht.

Ich bekomme Geschichten mit, da stellt es mir die Nackenhaare auf. Reitschulen haben z.T. schon ihre Pferdebestände halbieren müssen, weil sie sich das Futter für die Tiere nicht mehr leisten können. Dürfen ihre Schüler nicht mal mehr im Freien unterrichten. Ich werde mit meinem Projekt diese Pandemie, die Entscheidungen der Regierung sicherlich nicht beeinflussen.

Modehaus Kraus am Eck in Erding – eines von vielen Unternehmen, die unter der Krise leiden Foto: Esther Bauer

Aber als mündiger Bürger ist es mir ein Anliegen, mit meinen Möglichkeiten auf die Lage der unterschiedlichsten Branchen aufmerksam zu machen. Und ich kann und will nicht länger zuschauen, wie wir uns an diese Situation so still und heimlich gewöhnen. Wie wir sie hinnehmen. Sie dulden. Auch wenn uns unterm Strich nicht viele Möglichkeiten bleiben etwas zu ändern. Aber so gar nix zu tun, ist für mich einfach keine Option. Deshalb mein Projekt: „Menschenbild – Sichtbar im JETZT“. Mehr Fotos und Interviews auf Facebook, Youtube und unter www.meine.weibsbilder.de - Esther Bauer

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