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Schüler sollen selbst aktiv werden

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Thomas Hochleitner, Leiter der Abteilung berufliche Schulen am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (r.), sprach zu den zahlreichen Gästen über kompetenzorientierte Lehrpläne an den Fachober- und Berufsoberschulen. © ab

Begeistert waren die Delegierten der Landeselternvereinigung (LEV) der Fachoberschulen Bayerns vom attraktiven Schulgebäude in Erding.

Erding – Die LEV ist die Dachorganisation für die Elternbeiräte an den 106 Fachoberschulen in Bayern. Sie vertritt die Interessen der Schülerinnen und Schüler beziehungsweise de-ren Eltern gegenüber dem Bildungsministerium und den zugeordneten Behörden. Dies trifft in breitem Maß auch auf die Belange der Berufsoberschulen zu. Die Kommunikation mit allen Beteiligten und die Umsetzung der Ergebnisse genießen dabei hohe Priorität. Vorsitzender Dr. Bernd Eckart und Thomas Hochleitner, Leiter der Abteilung berufliche Schulen am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung, waren beeindruckt vom Passivbau am Irlanger, in dem auch die Berufsoberschule untergebracht ist. Schulleiter Gottfried Wengel begrüßte die Ehrengäste, darunter Staatssekretär Georg Eisenreich, Martin Güll, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, die stellvertretende Ebersberger Landrätin Magdalena Föstl sowie dritte Bürgermeisterin Eva Kolenda. Die Schülerband umrahmte die Versammlung musikalisch. 170 Delegierte waren dem Aufruf gefolgt und in die Aula der Erdinger Schule gekommen – eine Rekordbeteiligung. Sie alle haben den von Wengel formulierten Wunsch: Beste Bildung für junge Erwachsene. Dazu seien kompetenzorientierte Lehrpläne nötig, und es gehöre eine angemessene Versorgung mit Lehrkräften dazu, forderte Hochleitner. Die Mitwirkung und Mitsprache der Eltern sei ebenso unabdingbar, wie die aktive Rolle der Schülerinnen und Schüler. Unter dem Arbeitstitel „LehrplanPLUS“ würden derzeit die Lehrpläne für alle Schularten sinnvoll inhaltlich überarbeitet. Im Idealfall sei in höheren Klassen der Lehrer eher eine Art Coach, die Schülerinnen und Schüler würden sich das Wissen selbst „erarbeiten“. Die vertikalen und horizontalen Übergänge zwischen den einzelnen Lerninstituten sollen mit Hilfe der neuen Lehrplan-Generation transparenter und erleichtert werden. Eisenreich erläuterte den Begriff „Fachkompetenz“. Nicht die „Wissens-Bulimie“, mit deren Hilfe man Gelerntes zu Papier bringt, um es dann zu vergessen, sondern nachhaltig und dauerhaft vorhandene Kenntnisse sollen ständig nutzbar sein. Auf den alten Illustrationen zum Thema „Nürnberger Trichter“, wo das Wissen praktisch in die Köpfe hineingeschüttet wird, sei deutlich die Überfrachtung zu sehen, die auch heute noch teilweise gepflegt werde. Davon will man wegkommen. Nicht die Vermittlung von Wissen, sondern dessen eigene Erarbeitung sei das Ziel. Dazu sei vernetztes Denken wichtig. Das Lehrplan Informations-System (LIS) sei bereits online. Es gelte, Lernen und Transferieren zu lernen. Die Delegierten konnten im Anschluss Fragen stellen. Am Nachmittag tagten sie intern, um unter anderem über eine Verbesserung der allgemeinen Unterrichtversorgung durch dringend notwendige Planstellen, die Ausweitung der so genannten Vorklassen und der neuen Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Gesundheit zu sprechen. Auch die Herabsetzung der Notenhürde für den FOS 13-Zugang, mit dessen Hilfe man das allgemeine Abitur ablegen kann, so man eine zweite Fremdsprache beherrscht, sowie verbesserte Angebote für die zweite Fremdsprache waren unter anderem Diskussionsthemen. Außerdem fanden turnusgemäß Vorstands-Neuwahlen statt.ab

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