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Der Schuh drückt vor allem auf dem Radweg

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Erding

– Der Stadtchef hatte eine Anregung aufgegriffen, die ihm zu Ohren gekommen war. „Wir würden ja gerne zur Bürgerversammlung gehen, aber nicht mehr im Dunkeln nach Hause“, hatten ihm Senioren gesagt. Dass dies keine leeren Worte waren, bewiesen die älteren Mitbürger. Denn im gut besuchten Speisesaal des Heiliggeiststifts fanden sich nachmittags um 15 Uhr nicht nur Heimbewohner sondern auch externe ältere Bürger ein und erklärten freimütig, wo sie der Schuh drückt. Eine Teilnehmerin konnte es nicht abwarten, bis Gotz mit seinem Überblick über die aktuelle Situation der Stadt fertig war, und unterbrach den Bürgermeister: „Ich bin immer nah am Herzinfarkt sei, wenn ich mit dem Fahrrad in Altenerding über den Hofmarkplatz fahren muss“, klagte sie. Gotz versprach, die Situation dort überprüfen zu lassen. Die Teilnehmer an der Bürgerversammlung bewiesen großes Engagement. Drängendes Probblem ist die Rücksichtslosigkeit der Radfahrer, die trotz Verbotes auf den engen Wegen fahren, einfach nur klingeln und dann meinen, sie hätten freie Fahrt. Gemeindereferent Jürgen Martini wies daraufhin, dass mit Rollatoren und Rollstühlen ein Ausweichen oft unmöglich sei, und viele Passanten, die etwas schlechter hören, das Klingeln gar nicht wahrnehmen würden. Auch der Kreisverkehr an der Münchner/Ecke Dachauer Straße gab zu Kritik Anlass. Die Überwege für Fußgänger und Radfahrer seien hier nicht deutlich genug abgesetzt. Ein wichtiger Hinweis war auch, dass auf der so genannten Hundewiese hinter dem Eisstadion keinerlei Möglichkeit besteht, die Hinterlassenschaft der Haustiere zu beseitigen. Weder entsprechende Tüten noch eine Entsorgungsmöglichkeit derselben, wenn sie jemand selbst mitbringt, sind vorhanden. Gotz versprach Abhilfe. Wie schon in Klettham wurde auch im Heiliggeiststift nach erweiterten Öffnungszeiten im Hallenbad verlangt, mit dem Ziel, dieses kostendeckend oder gar gewinnbringend zu betrieben. Doch Gotz erklärte, dass zusätzliche Öffnungszeiten zusätzliches Personal erfordern würden. „Für 20 bis 30 Leute ist das nicht zu rechnen“, sagte er, betonte aber, dass er die familienfreundlichen Preise, die hohe Zuschüsse erfordern, beibehalten möchte. Fragen nach anonymen Bestattungsmöglichkeiten, Beschwerden über Vandalismus in der Stadt, über Raser in der Haager Straße, die durch die Außenbestuhlung der Gastronomie verengten Bürgersteige in der Langen Zeile und über ein verwahrlostes Grundstück am Kreuzweg wurden laut. Gotz versprach, dem allen nachzugehen. Der Forderung nach einem Seniorenbeirat steht der Bürgermeister allerdings ablehnend gegenüber. Im Stadtrat liege zwar ein entsprechender Antrag vor, aber für den zeichne sich keine Mehrheit ab. Außerdem würden dann auch Sport, Kultur oder Ausländer ein eigenes Gremium fordern, fürchtete er. Beim Jugendparlament habe man festgestellt, dass die Wahlbeteiligung trotz tausender verschickter Briefe bei mageren 171 Personen lag und gerade einmal das Mindestmaß der Wählbaren gefunden werden konnte. Zudem sei der Anteil an Stadträten, die älter als 60 Jahre seien, prozentual höher als in der Bevölkerung. „Unter 30 haben wir keinen“, so Gotz. ab

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