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Seit 60 Jahren macht Martin Scorsese großartiges Kino - heute wird der Regisseur 80

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Von: Mayls Majurani

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Regie-Legende Martin Scorsese wird 80. Kaum ein Filmemacher hat das Hollywood-Kino so sehr geprägt wie er.
Regie-Legende Martin Scorsese wird 80. Kaum ein Filmemacher hat das Hollywood-Kino so sehr geprägt wie er. © Xavier Collin/Image Press Agency/ImageCollect

Mit Filmen wie „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“, „Taxi Driver“ oder „The Irishman“ gilt Martin Scorsese als einer der einflussreichsten Filmemacher der Welt. Am Donnerstag feiert „Marty“ 80. Geburtstag.

Der Film wurde vor knapp 140 Jahren erfunden. Aus den letzten 60 Jahren ist Martin Scorsese kaum wegzudenken. Nicht nur mit Meisterwerken, wie „Hexenkessel“, „Wie ein wilder Stier“ oder „Departed – Unter Feinden“ hat er sich in der Geschichte verewigt. Als treibende Kraft hinter der Film Foundation engagiert er sich schon seit Jahren für die Restaurierung und den Erhalt von historisch und künstlerisch bedeutsamen Filmen. Am Donnerstag feiert „Marty“ seinen 80. Geburtstag. Müde ist er noch lange nicht. Sein nächster Film „Killers of the Flower Moon“ mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro soll bei den Filmfestspielen in Cannes im Frühjahr 2023 uraufgeführt werden.

Wie viele große Künstler, etwa die Malerin Frida Kahlo oder der Pop-Art-Künstler Andy Warhol, war auch Scorseses Kindheit geprägt durch Krankheit. Aufgrund seines Asthmas war es ihm oft nicht möglich seine Freizeit mit Gleichaltrigen zu verbringen. Stattdessen brachten ihn seine Eltern oder sein großer Bruder häufig ins Kino. So entwickelte sich ziemlich rasch eine Obsession. Im Alter von 22 Jahren schloss er sein Bachelor-Studium an der New York University ab.

Zusammen mit anderen Regisseuren wie etwa Steven Spielberg, Brian De Palma oder Francis Ford Coppola bildete Scorsese von nun an ein Gegenstück zum klassischen Hollywood. Denn: Diese Generation war nicht einfach darauf aus, Unterhaltungsfilme zu machen. Sie waren allesamt studierte Filmemacher, wiesen ein umfangreiches akademisches Wissen über die Filmgeschichte und auch die europäische Filmkultur auf und verstanden sich abseits des Mainstreams, machten Filme mit Firmen abseits des Studiosystems und modernisierten so das traditionelle Hollywood. „New Hollywood“ wurde diese Revolution genannt, quasi das US-amerikanische Pendant zur französischen Nouvelle Vague oder zum Neuen Deutschen Film.

Seit 60 Jahren macht Marty nun Filme. Die bereits erwähnten Streifen, oder auch „The King of Comedy“, „Shutter Island“ oder „Casino“ gelten als Meisterwerke im internationalen Film. Einige seiner Werke zogen auch reichlich Proteste mit sich. „Die letzte Versuchung Christi“, die wohl beste Vater-Sohn-Geschichte die je im Kino erzählt wurde, löste bereits vor ihrer Premiere heftige Kritik vom Vatikan aus. Der zweite Teil seiner Glaubenstrilogie, „Kundun“ , der vom Dalai Lama erzählt, bescherte Scorsese ein Einreiseverbot in die Volksrepublik China. Für Scorsese natürlich kein Grund mit China zu brechen: Im Rahmen des World Cinema Project unter dem Dach seiner Film Foundation wurde der chinesische Film Pickpocket von Regisseur Jia Zhang-ke restauriert.

Ohnehin ist die Leidenschaft Scorseses für die Filmkunst selbst wohl viel bemerkenswerter als sein Talent zum Filmemachen. Mit Schriften, Vorträgen und Kommentaren äußert er sich immer wieder über Klassiker der Filmgeschichte und ruft nicht selten vergessene Filme wieder ins Gedächtnis einer breiten Masse. Seine viereinhalbstündige Dokumentation „A Personal Journey with Martin Scorsese Through American Movies“ ist wie ein Schnell-Studium der Filmsprache und -geschichte der USA. Mit „Hugo Cabret“ schaffte Marty eine kindlich-schöne Hommage an den Filmpionier Georges Mélies. Mit „Kap der Angst“ huldigte er Alfred Hitchcock.

Martin Scorsese hat fast die Hälfte der Filmgeschichte maßgeblich mit beeinflusst und tut es auch heute weiterhin. Ob es bessere Regisseure gibt, darüber kann man streiten. Ob die Filmkunst einen größeren Verehrer und Propagandisten hat, darüber eher nicht.

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