Interview zur Kommunalwahl

Wer soll Landrat von Erding werden? 12 Fragen an Martin Bayerstorfer und Hans Schreiner

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Herausforderer Hans Schreiner (li.) und Landrat Martin Bayerstorfer

Landrat Martin Bayerstorfer und Herausforderer Hans Schreiner müssen am Sonntag in die Stichwahl. In 13 Fragen beantworten sie Fragen rund um die Wahl

Landrat Martin Bayerstorfer und Herausforderer Hans Schreiner müssen am Sonntag in die Stichwahl. In 13 Fragen beantworten sie Fragen rund um die Wahl:


Landratskandidat Martin Bayerstorfer; Landrat, verheiratet, 3 Kinder


1.

Wie bereiten Sie sich auf die Stichwahl vor?

Für mich steht aktuell die Sicherheit und Gesundheit der Bürger in Bezug auf die Ausbreitung des Corona-Virus an oberster Stelle. Ich bin jeden Tag bei den Besprechungen der Führungsgruppe Katastrophenschutz und den Screeningstellen. Ich habe derzeit keine Zeit für Wahlkampf.

2.

Was ist für Sie die größte Einschränkung aufgrund von Covid-19?

Jedem von uns muss bewusst sein, dass wir nur gemeinsam die Ansteckungsrate senken können. Dafür muss jeder Einzelne im persönlichen Bereich Einschränkungen hinnehmen, soziale Kontakte auf ein Mindestmaß beschränken.

3.

Wo liegt jetzt Ihr Fokus?

Ich stelle meine persönlichen Belange selbstverständlich hinter die große Herausforderung, die uns momentan alle Energie abverlangt. 

4.

Werden Finanzierungsprojekte umdisponiert? Wenn ja, welche?

Beim Klinikum Landkreis Erding werden wir durch die Absage aller elektiven Operationen zugunsten der Kapazitätserweiterung für Corona-Patienten finanzielle Einbußen haben. Auch müssen die finanziellen Ressourcen für die Beschaffung der notwendigen Materialien und Ressourcen bereitgestellt werden. Die im Haushalt beschlossenen Projekte werden dadurch aber nicht beeinträchtigt. 

5. Sie sind Landwirt. Was braucht Ihre Zunft am nötigsten?

Die Landwirte haben eine herausragende Funktion. Sie produzieren hochwertige Lebensmittel und umweltfreundliche Energie, pflegen die Kulturlandschaft und übernehmen damit gesellschaftliche Verantwortung. Wir brauchen also Anerkennung und Wertschätzung für einen Berufsstand, der die Menschen mit guten und gesunden Nahrungsmitteln direkt vor der Haustür versorgt. Deshalb haben wir auch die Regionalmarke „echt.erding“ auf den Weg gebracht, die einen besonderen Fokus auf diese Thematik legen soll.

6. Wann waren Sie das letzte Mal mit dem ÖPNV unterwegs?

Vor 14 Tagen bin ich mit der S-Bahn nach München gefahren. Ich fahre aber auch immer wieder auf den Regionalbuslinien bei uns im Landkreis mit, um mir selbst ein Bild von der Auslastung und den Umsteigebeziehungen zu machen.

7. Welchen Führungstil preferieren Sie und warum?

Ich arbeite nach dem Grundsatz, dass kein einzelner Mensch so viel weiß, wie wir alle zusammen. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich sowohl parteiintern als auch im Landratsamt ein starkes Team hinter mir weiß, auf das ich in allen Bereichen zählen darf.

8. Welche Eigenschaften machen Herrn Schreiner zum idealen Landrat?

Herr Schreiner war sicherlich ein guter Bürgermeister für die Gemeinde Bockhorn.

9. Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Vorbilder sind zum Beispiel meine Amtsvorgänger als Landrat, insbesondere Hans Zehetmair und Xaver Bauer, die die Grundlagen für die Entwicklung des lebenswerten und prosperierenden Landkreises gelegt haben, in dem ich heute Landrat sein darf.

10. Was ist Ihre größte Schwäche und Ihre größte Stärke?

Durch meine langjährige Erfahrung als Landrat weiß ich in fast allen Dingen die die Landkreisverwaltung betreffen grundsätzlich Bescheid. Dadurch kann ich den Bürgern in fast allen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine meiner Schwächen sehe ich darin, dass ich bei wichtigen Projekten, die mir ein Herzensanliegen sind, oft ein wenig ungeduldig bin.

11. Stichwort Hamsterkauf: Was darf bei ihnen nie fehlen?

Den Einkauf und die Vorratshaltung bei uns zuhause überwacht dankenswerterweise meine Frau, da kenne ich mich wirklich nicht so gut aus. Ich kann mich aber sehr gut mit wenig begnügen.

12. Ein Leben nach Covid-19: Was machen Sie als Erstes?

Wenn wir diese Krise gemeinschaftlich gemeistert haben, werden wir daran arbeiten, in der neuen Wahlperiode wieder richtungsweisende Entscheidungen im Sinne der Bürger unseres Landkreises zu treffen.

Landratskandidat Hans Schreiner; Agraringenieur, Landwirt, verheiratet, 2 Kinder

1.

Wie bereiten Sie sich auf die Stichwahl vor?

Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv dem Wahlkampf gewidmet. Als amtierender Bürgermeister führe ich bis Ende April meine Gemeinde. Die Stichwahl tritt in der momentanen Krisensituation in den Hintergrund. 

2.

Was ist für Sie die größte Einschränkung aufgrund von Covid-19?

Mein Führungsstil beruht auf Kommunikation. Die Nähe zu Menschen ist mir wichtig. Dies ist derzeit nur eingeschränkt möglich.

3.

Wo liegt jetzt Ihr Fokus?

Dass es meiner Familie und den mir anvertrauten Menschen gut geht. Dass wir besonnen handeln, soweit es geht Ruhe bewahren und den Mut nicht verlieren.

4.

Werden Finanzierungsprojekte umdisponiert? Wenn ja, welche?

Corona war noch vor wenigen Wochen weit weg. Das ist jetzt anders. Trotzdem können wir laufende Projekte in meiner Gemeinde unverändert weiterbetreiben. Neue beleuchten wir aber nochmals kritisch. Bis jetzt hatte ich keinen Grund umzudisponieren. 

5. Sie sind Landwirt. Was braucht Ihre Zunft am nötigsten?

Verlässliche Rahmenbedingungen von Politik und Gesellschaft. Bäuerliche Familienbetriebe brauchen eine wirtschaftliche Basis, die den Wert ihrer Arbeit widerspiegeln. Der Fair-Trade-Gedanke gilt auch unseren Bauern und muss in den Köpfen der Verbraucher ankommen. 

6. Wann waren Sie das letzte Mal mit dem ÖPNV unterwegs?

Das war am 29. Mai. Da bin ich mit der S-Bahn zu einer Ordensverleihung gefahren.

7. Welchen Führungstil preferieren Sie und warum?

Ganz klar einen demokratisch-kommunikativen Führungsstil. Teamarbeit ist mir wichtig. Das heißt aber nicht: Toll Ein Anderer macht’s! Ich setzte auf die Verantwortung des Einzelnen der Gemeinschaft gegenüber. So können wir Großes leisten!

8. Welche Eigenschaften machen Herrn Bayerstorfer zum idealen Landrat?

Das müssen Sie ihn selbst fragen.

9. Wer ist Ihr Vorbild und warum?

Ich entstamme einer alten Bauernfamilie. In unseren Bilderalben schauen mir selbstbewusste, fleißige Menschen entgegen, die unsere Heimat aufgebaut haben. In ihre Fußstapfen zu treten, das treibt mich an! 

10. Was ist Ihre größte Schwäche und Ihre größte Stärke?

Meine größte Stärke: Ich kann Menschen zusammenbringen und mit ihnen gemeinsam Entwicklungen vorantreiben. Meine Schwäche: Lange Diskussionen lassen mich ungeduldig werden.

11. Stichwort Hamsterkauf: Was darf bei ihnen nie fehlen?

Süßigkeiten als Nervennahrung sollten immer im Haus sein – aber in dosierten Mengen. 

12. Ein Leben nach Covid-19: Was machen Sie als Erstes?

Mich bei meinem Team, meiner Familie und meinen Freunden persönlich für ihre Unterstützung bedanken. Und dann: weiter, wie bisher!

Das Interview führte Birgit Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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