Das Wetter im Blick

Der Sommer ist im Kasten! Was bringt uns der frisch gebackene Herbst?

+

Erding – Es ist immer wieder erstaunlich, was eine simple Statistik doch so alles an veränderter Wahrnehmung hervorzaubert! Jeder von uns hat seine eigenen Eindrücke und Schnappschüsse von diesem Sommer im Gedächtnis (vielleicht auch auf der Haut?); wir können die Highlights quasi per Fingerschnippen hervorholen. Das (emotionale) Erlebnis macht den Unterschied, was wir in welcher Weise als Wirk-lichkeit – man beachte die Weisheit der Worte – abspeichern. Soweit zur „Wetter-Psychologie“. 

So gut wie jeder kennt den doch etwas simplen Spruch: Lüge, gemeine Lüge, Statistik! Aber wir wollen hier beim besten Willen keine hochqualifizierte Fachrichtung in den Schmutz ziehen. Im Gegenteil; gerade die Wetterstatistik hilft, unser subjektives Bild vergangener Witterungsabschnitte rauszuholen aus dem persönlichen Gebrauchsraster in eine sachliche Beurteilung. Also: Der Sommer 2020 (Juni bis August) war unterm Strich rund um die Region Erding/Dorfen ein gutes Grad wärmer, 15 Prozent nasser und etwa 10 Prozent sonniger als normal. Und „normal“ bedeutet, was im Mittel aus der 30-jährigen Periode von 1961-1990 errechnet wurde. Zu Deutsch: wenn wir die Phase von 1981-2010 zugrunde legen, dürften die Abweichungen wieder anders lauten. Warum? Weil – Stichwort globale Erwärmung – zwischenzeitlich deutlich höhere Monatswerte speziell bei der Lufttemperatur gelten. Demnach wäre dann der Sommer sogar ziemlich „normal“ ausgefallen. 

Was er ja eigentlich vom Empfinden auch war, abgesehen von den Hitze- und Badewetterschüben im August, die den daheimgebliebenen Ferien-Kindern gerade recht kamen! Wir sehen: so gut wie alles ist relativ und es kommt bei der Deutung fast immer auf den Blickwinkel an. Auf Basis dieser verunsichernden Erkenntnis, die den ganzen Corona-Wirrwarr-Daten noch eins draufsetzt, schauen wir jetzt bitte mit Augenzwinkern auf den Herbst. Die Meteorologen starten ihn ja bekanntlich aus statistischen (!) Gründen mit dem 1. September; der kosmische Reigen der Astronomie dagegen mit der so genannten Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. Diesmal ist es nicht der 21., weil wir ein Schaltjahr mit dem 29. Februar als Zusatztag wie alle vier Jahre haben. Und der verschiebt nachfolgend alles um einen Tag nach hinten. Nach was sich die Wetterküche samt Jetstreams, Hurrikanen und Azorenhochs auch richten mag; sicher ist: die Tage werden rasant kürzer, die Nebelneigung wird deutlich steigen und irgendwann heißt es garantiert: Scheibenkratzen! - Christian König

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

Auch interessant:

Meistgelesen

Laufen für den guten Zweck
Laufen für den guten Zweck
10.000 Euro-Gewinnerin bei Sparkasse Erding
10.000 Euro-Gewinnerin bei Sparkasse Erding

Kommentare