Spuren jüdischer Schicksale in Erding

Erding

(num) – Das Thema “Spuren jüdischer Schicksale in Erding” interessierte über die Generationen hinweg. Zum einen waren es Zeitzeugen, die gekommen waren, zum anderen auch junge Menschen, die sich den Vortrag von Winfried Scholten als Beitrag zur Erdinger Heimatgeschichte nicht entgehen lassen wollten. Der Vortragsraum beim Mayr-Wirt war sehr gut gefüllt. Dr. Heike Kronseder, die 1. Vorsitzende des Hsitorischen Vereins, konnte etwa 70 Besucher begrüßen. Aeferlein war wohl der erste urkundlich nachweisbare Erdinger Jude der in einer Urkunde von 1338 aus dem Kloster Seligenthal in Landshut bei einem Immobiliengeschäft erwähnt wird. Die näheren Umstände jüdischen Lebens im Erding des Mittelalters sind nicht bekannt. Allerdings wissen wir heute, wie Rotraud und Winfried Scholten zu berichten wussten, dass auch Juden in Erding und Dorfen bei der Verfolgungswelle des Jahres 1338 zum Opfer fielen. Jüdisches Leben lässt sich jedoch schon einige Jahre nach dem Pogrom wiederfinden. Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv werden Urkunden jüdischer Händler aus Erding aufbewahrt, wie etwa von Gumprecht oder Yosep. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Erding wenige Juden. Otto Blumenthal etwa, der mit einer nichtjüdischen Erdingerin verheiratet war und zusammen mit dem Juden Herbert Levite einen Viehhandel betrieb. Ein anderer jüdischer Viehhändler in Erding war Josua Manasse. Das Ehepaar Scholten gingen bei ihrem Vortrag ausführlich auf die Zeit des Holocaust ein. Dabei erinnerten sie, dass auch Erding ein Ort der Erinnerung ist, zu dem uns die Opfer des Nationalsozialismus verpflichten. In ihrem Vortrag erinnerten sie an Schicksal von Berta Schöttler, an die Familien Blumenthal, Hirsch und Reiß, Levite und Manasse sowie an Edgar Ladenburg und Sigmund Elsässer. Die Details zu den Geschichten der genannten Personen sind nachzulesen in der Jahresschrift 2009 des Historischen Vereins Erding. Diese ist erhältlich bei Dr. Heike Schmidt-Kronseder unter Tel. (0 87 62) 94 92 (heike.kronseder@t-online.de) oder im Erdinger Lesezeichen in der Haager Straße.

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