Stadthalle Erding

Stadthalle fährt trotz guter Umsätze Defizit ein

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Der Vorplatz der Erdinger Stadthalle bei Dämmerung.

Kultur kostet Geld. Das weiß der Stadtrat nicht erst, seitdem Geschäftsführerin Jutta Kistner den Räten den Beteiligungsbericht der Stadthalle vorgelegt hat.

Erding – Kistner hat seit ihrem Dienstantritt den Umsatz zwar extrem gesteigert und kann eine bemerkenswerte Bilanz vorweisen, aber auch die Ausgaben sind angestiegen, vor allem für die umfangreichste Sanierung seit Bestehen des Hauses, mit der Folge, dass es zweieinhalb Monate für den Veranstaltungsbetrieb geschlossen werden musste. 

Dennoch konnte Kistner den Umsatz 2015 um 18 Prozent steigern, was mit 891.000 Euro den bisher höchsten Zahlen des Unternehmens entsprach. Kistner macht das an der extrem dichten und lukrativen Belegung des Großen Saales in Zusammenhang mit den Nebenräumen und der der Stadthalle gehörenden Ausstattung fest. Die Preiserhöhung und die gute Entwicklung der Eigenveranstaltungen haben laut der Geschäftsführerin ein Übriges dazu beigetragen. Dagegen standen allerdings kostenintensive, neue gesetzliche Auflagen, wie die Einführung des Mindestlohenes, das Energieaudit oder der Arbeitsschutz und der Relaunch der Internetpräsenz. So entstand trotz der guten Zahlen ein höherer Jahresfehlbetrag als 2014, nämlich 551.000 Euro im Vergleich zu 470.000 Euro im Vorjahr. Herbert Maier (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, wie niedrig die Stadthalle denn vor Einführung des Mindestlohnes bezahlt habe, wenn diese als Entschuldigung für die Kostensteigerung angeführt werde. 

Potenziale bei Marketing-Optimierung

Kistner beruhigte ihn und sagte, es sei lediglich ein Euro weniger gewesen, und das auch nur bei Minijobbern, also Hilfspersonal in der untersten Stufe. Das Einkommen sei von der Verantwortung bestimmt gewesen, die die einzelnen Mitarbeiter zu tragen gehabt hätten. Trotz Krisen sei in 2015 der private Konsum in Deutschland stark gewesen. Doch die Terrorattentate von Paris hätten im Herbst auch hier zu Verunsicherung geführt. Auch die Gastronomiepacht sei angestiegen. Sie erreichte 2015 43.000 Euro gegenüber 36.000 im Vorjahr. Zinserträge allerdings seien 2015 nicht mehr erwähnenswert. Kistner nannte einige herausragende Auftritte, zum Beispiel die von Star-Comedian Michael Mittermeier oder Harry G., der es auf drei ausverkaufte Veranstaltungen brachte. Und Kongresse wurden 2015 erstmals international in Erdings Stadthalle. Die Nähe zum Flughafen nannte sie hierbei als wesentlichen Pluspunkt. In einem Ausblick räumte sie ein, dass der Brandschutz noch einige Jahre für Defizite sorgen werde. Das sei kostenintensiv, aber man sehe am wenigsten davon, sagte sie. Sie erwartet für die Folgejahre höhere Einbußen, weil sie nicht blauäugig davon ausgeht, dass weiterhin so hohe Umsatzzuwächse wie in der Vergangenheit zu erzielen sind. „Der Wettbewerb wird schärfer, die Gagen werden in die Höhe getrieben, was sich aber aus markt- und kulturpolitischen Gründen über die Eintrittspreise nicht auf den Besucher umlegen lässt“, mahnte sie. Dennoch sehe sie in der Optimierung des Marketings noch Potenziale. 

Zuschussbedarf stabil halten

Aber: Trotz guter Buchungslage sieht sie maximal, dass der Zuschussbedarf stabil gehalten werden kann, selbst wenn sie an die Grenze der Belastbarkeit stoßen würde. Keinesfalls will sie, dass die Bürger unter einer Vielzahl von lukrativen Tagungen und Kongressen leiden. Unabdingbar ist, dass die Personalkosten steigen. Nachfolger müssen aufgebaut werden, speziell im sensiblen Bereich der Haustechnik, um krankheits- und rentenbedingte Ausfälle zu vermeiden. Kistner sieht zwar mittel- und langfristig durch die Einstufung der Großen Kreisstadt als Oberzentrum und durch die Konversionsflächen des Fliegerhorstes oder den Ausbau des Flughafens weitere Profitmöglichkeiten für die Stadthalle, doch kosten- deckend wird sie wohl nie zu betreiben sein, geschweige denn Profit abwerfen. ab

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