Jüngste Stadtratssitzung

Stadtrat Erding: Schwere Entscheidungen am Ende der Legislaturperiode

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OB Max Gotz

Altstadtfest, Sinnflut und Erdinger Herbstfest für 2020 abgesagt – Stadtratsmitglieder verabschiedet

Erding – Nach der Absage des Münchner Oktoberfests sowie dem deutschlandweiten Verbot aller Großveranstaltungen bis 30. August kam es wenig überraschend, dass auch die Erdinger Sommerveranstaltungen dieses Jahr nicht stattfinden können. Dennoch fiel es dem Stadtrat und auch OB Max Gotz nicht leicht, diesen Schritt zu tun. 

Gotz sprach von einer „hochemotionalen Entscheidung“ – ehe der Stadtrat einstimmig für die Absage von Altstadtfest, Sinnflut und Herbstfest stimmte. „Falls wir keine entscheidende Wende erleben, sehe ich sogar für den Christkindlmarkt in diesem Jahr schwarz“, meinte der OB. Petra Bauernfeind (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, an die Fieranten und Schausteller zu denken, die in diesem Jahr quasi keine Einnahmen machen und bat darum, prüfen zu lassen, ob man eine Veranstaltung am Festplatz nicht dennoch stattfinden lassen könne. 

Gotz hielt diesen Vorschlag für „realitätsfern.“ Es sei unmöglich, die Einhaltung des Sicherheitsabstands zu überprüfen. Genauso absurd wäre es, beispielsweise 200 Leute auf das Gelände zu lassen, während die übrigen 1000 hinter einem Gitterzaun stehen und zusehen müssen.

Kronthaler Weiher bleibt zu 

Hans Egger (Erding Jetzt) trug das Anliegen vor, den Kronthaler Weiher für Spaziergänger als Rundgangmöglichkeit freizugeben. Schließlich gebe es gerade bei wärmeren Sommertemperaturen in der Innenstadt keinen Bereich, wo man sich in Corona-Zeiten länger aufhalten könne. Gotz erteilte diesem Anliegen eine Abfuhr; so sei die Disziplinlosigkeit einiger weniger leider Grund genug, solche Maßnahmen zu verhindern. Niemand könne überprüfen, ob die Spaziergänger den Mindestabstand einhalten oder sich in größeren Gruppen bewegen, so Gotz. Auch der Stadtpark wäre aus diesem Grund bereits kurz vor der Schließung gestanden.

Stadtratsmitglieder verabschiedet Für 16 Stadträte war es die letzte Stadtratssitzung. Zum Ende der Legislaturperiode 2014-2020 scheiden aus: Josef Biller, Kurt Gröschel, Hugo Gruber, Tülin Güvenc-Mecilioglu, Jutta Harrer, Johanna Heindl, Siegfried Ippisch, Günther Kuhn, Elisabeth Mayr, Jakob Mittermaier (FDP), Jakob Mittermeier (CSU / 48 Jahre im Gremium aktiv), Christian Numberger, Wilhelm Scheib, Hermann Schießl, Hans Schmidmayer (3. Bürgermeister) und Horst Schmidt. Gotz bedauerte, dass die Corona-Maßnahmen keine würdige Abschiedsfeier erlauben, versprach aber, dies nach überstandener Pandemie nachzuholen.

Mobilitätsentwicklungskonzept 2035 weiter in Arbeit 

Bereits im September 2018 wurde das Büro team red München/Berlin mit der Aufgabe betraut, ein umfangreiches Mobilitätsentwicklungskonzept in vier Phasen für Erding zu erarbeiten. Unter Einbeziehung der Bürger sollen mögliche Maßnahmen wie z.B. eine Erhöhung des Radverkehrs, Reduzierung des Durchgangsverkehrs in Erding oder der Ausbau des ÖPNV eruiert werden. Der Stadtrat stimmte dafür, grünes Licht für Phase 2, der Maßnahmenkonzeptionierung zu geben. Gotz betonte, dass es nocht nicht soweit ist, Maßnahmen an sich zu beschließen. Diese würden gesondert diskutiert werden.

Bauvorhaben Geislinger Änger, Turnhalle und Mensa für die Mittelschule

Das Bauvorhaben Geislinger Änger – Freianlagen Umgriff Sporthalle wurde für rund 500.000 Euro an die Firma A. Weindl GmbH & Co. KG vergeben. Die Mittelschule am Lodererplatz Erding soll eine Dreifach-Sporthalle/Mehrzweckhalle sowie eine neue Mensa erhalten. Die bestehende Halle gehört zu den meistgenutzten in ganz Erding (auch von Vereinen) und ist Baujahr 1961 – eine neue Turnhalle sei dringend erforderlich. Mit der Planung des Vorhabens wurde das Architekturbüro Fuchs und Rudolph aus München beauftragt.

Einig waren sich die Stadträte darin, dass man zu Corona-Zeiten weiterhin Aufträge vergeben solle, um die Wirtschaft anzukurbeln, und dass man sich auch in der angespannten Pandemie-Phase nicht per se für die preiswertesten Angebote aussprechen solle. Stadtbaumeister Sebastian Henrich erinnerte daran, dass es leider durchaus Gebäude in Erding gebe, bei denen während des Baus zu viel gespart worden sei. Billig zu bauen, sei langfristig gesehen nicht wirtschaftlich - phi

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