22 Stimmen für Nordeinschleifung

Viele Interessierte verfolgten die Debatte im Stadtrat. Foto: kg

Die Entscheidung ist gefallen. Nach rund vier Stunden Diskussion im Erdinger Stadtrat stimmten CSU, SPD und Bürgermeister Max Gotz mit zusammen 22 Stimmen für die Nordeinschleifung der Walpertskirchener Spange in den S-Bahn-Ringschluss mit Kreuzungsbahnhof auf dem Gelände des Fliegerhorstes

Erding – Um kurz vor 22 Uhr gab Bürgermeister Max Gotz nach vierstündiger Debatte den Beschlussvorschlag bekannt. Die größeren Chanchen für die Stadtentwicklung sahen CSU und SPD mit der Nordeinschleifung. UWE, Erding Jetzt, Grüne, ÖDP und Harald Ebert (parteilos) stimmten gegen diese Variante. Ein großer Teil der Gegenstimmen favorisierte die Südeinschlei- fung. „Die wichtigste Entscheidung, die Erding wahrscheinlich jemals getroffen hat“, vermutete Hans Schmidmayer (SPD). Für ihn hätten beide Ansätze der Nord- und Südvariante Vor- und Nachteile. In den Augen von Jakob Mittermeier (CSU) muss Erding die Regionalbahn auf die Schiene bekommen. Er sprach sich ebenfalls für die Nordeinschleifung mit Kreuzungsbahnhof auf dem Fliegerhorst-Gelände aus. „Es tut einem Bahnhof gut, genügend Fläche um sich zu haben“. Doch auch mit der Nordvariante würden einige Stellen auftauchen, an denen Bürgermeister Max Gotz laut Mittermeier noch arbeiten müsste. „Wir müssen ihm den Rücken stärken“, appellierte er. Der bereits bestehende Bebauungsplan 193 für die Schienenführung der Walpertskirchener Spange für den neuen Bahnhof wurde im Beschlussvorschlag berücksichtigt. Und noch ein Punkt wurde im Beschluss festgehalten: Die höhenfreie Ausbildung der Bahnübergänge an den Stellen in der Parkstraße und Haager Straße sowie am Altenerdinger Bahnhof. Eine „Kombi aus Süd und Nord“ wünschte sich Josef Hochholzer (UWE). Er war der Meinung, dass es "wohl keine richtige Entscheidung" geben werde. „Beide Varianten haben gravierende Nachteile. Wir dürfen uns keinensfalls auf den Plan stürzen, wie er vom Ministerium vorgegeben ist“. Für Günther Kuhn (Grüne) läge die Nordvariante zu weit von der Innenstadt entfernt. Dazu käme seiner Ansicht nach enorm viel Lärm und ein höherer Flächenverbrauch. „Eigentlich gefallen uns beide Varianten nicht gut. Aber die Südvariante ist das kleinere Übel“ so Kuhn. Auf die Frage, welche Variante besser für die Stadt Erding ist, hatte Helmut Trinkberger (ÖDP) keine Antwort. „Ich weiß es bis heute nicht. Das ist von einem Laien unmöglich zu entscheiden“. Schließlich kam er zu dem Entschluss: „Ich entscheide mit für die Südeinschleifung mit Tunnellösung. Wohl wissend, dass die Nordvariante städtebaulich in 20 bis 30 Jahren besser ist“. Auch Hans Egger (Erding Jetzt) hielt die Stadtplanungschancen mit der Südeinschleifung für höher. Es sei in seinen Augen ein großer Fehler, 700 bis 800 Parkplatze am neuen S-Bahnhof auf dem Fliegerhorst-Gelände zu erschließen. Ebenso monierte er die Verschlechterung der Innenstadtanbindung. Um kurz nach 22 Uhr stimmten die Räte nach langer Diskussion über den Beschlussvorschlag für die Nordeinschleifung ab, denn beide Seiten waren laut Johanna Heindl (UWE) festgefahren. „Es hat keinen Sinn mehr, weiterzureden. Die Meinungen sind fest“ Kurz vor der Entscheidung stellte Hans Egger einen Vertagungsantrat des Beschlusses. „Ich fordere Sie auf, nochmal Gespräche zu führen. Hier sind fünf Fraktionen, die das anders sehen“, begründete er gegenüber Gotz. „Wir haben vier Stunden diskutiert. Was muss man noch erörtern?“, fragte Jakob Mittermeier. „Wir müssen irgendwann zu einer Entscheidung kommen“, so der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat. Mit 35 zu vier Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. 21 Räte von den Parteien CSU und SPD stimmten für die Nordeinschleifung. Bürgermeister Max Gotz gab seine Stimme ebenso der Nordvariante. Ihnen standen 17 Stimmen entgegen. kg

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