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Mit Therme Erding nicht baden gegangen

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Bürgermeister a.D. Karl Heinz Bauernfeind und Thermenbetrieber Josef Wund (v.r.) sind zwei, die sich gut verstehen und stolz auf das Thermalbad sind. 	Foto: Brücknner
Bürgermeister a.D. Karl Heinz Bauernfeind und Thermenbetrieber Josef Wund (v.r.) sind zwei, die sich gut verstehen und stolz auf das Thermalbad sind.  Foto: Brücknner

Erding

– Es sind zwei, die sich gut verstehen: der erste Vorsitzende des Vereins Freunde der Stadt Erding, Karl Heinz Bauernfeind, Bürgermeister a.D., und Thermeninvestor Wund. Bauernfeind lobte das Bad als Unternehmen, das seinen eigenen und damit auch den Ruf Erdings in ganz Mitteleuropa gefestigt habe. Wund sagte, Bauernfeind habe ihn 1994 nicht überreden müssen, sondern überzeugt, dass die Therme in Erding ein Erfolg werde. Er habe sogar zwei Kliniken verkauft, um das Projekt zu finanzieren, weil die Banken skeptisch gewesen seien. Er selbst habe zunächst gedacht, München ja, Erding nein, doch heute sei er froh um seine Entscheidung. Alle Standorte sind irgendwann gemacht worden“, sagte Wund. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1999 sei das Thermalbad auf die achtfache Fläche angewachsen. Man habe getauscht und gekauft und das Erbbaurecht genutzt. „Die Menschen schaffen den Wert, der Unternehmer schafft die Voraussetzungen“, erklärte er. Bis in eineinhalb Jahren wolle man die Einrichtungen verdoppeln. Ein Gesundheitsbad soll entstehen, die Saunen seien nur Zugabe, weil das steuerlich besser behandelt werde, ließ er den Schwaben durchblitzen. Das Gelände entspreche der Ausdehnung nach etwa 27 Fußballplätzen, von denen 20 überbaut sein würden, wenn alles fertig sei. Alles gehe etwas langsamer, vor allem die Hysterie mit dem Brandschutz sei hier hemmend. Aber „Wir müssen Geld verdienen“, so Wund. Von 1200 Bädern landesweit würden nur etwa 100 bis 110 ihre Betriebskosten erwirtschaften, lediglich fünf Steuern zahlen. Dank des Standortes sei die Therme Erding nicht pleite. Er wucherte allerdings nicht mit der Kreisstadt, sondern mit den Pfunden in der weiteren Umgebung wie der Zugspitze, dem FC Bayern München oder dem Deutschen Museum. Allerdings: 100 Millionen Euro neu auszugeben, wie noch im vergangenen Jahr angekündigt, übersteigt auch die Möglichkeiten der Firmengruppe Wund. Aber es werden immerhin 38 Millionen Euro investiert, die Worte „Bad“ und „Hotel“ will Wund neu schreiben. Das größte Wellenbad Europas mit zwei Meter hohen Wogen soll entstehen, eine Autorennstrecke und ein Streichelzoo sollen unter anderem die Familienfreundlichkeit steigern. Zwei Hotels, eines im venezianischen Stil, eines nach Vorbild des Segelschiffes „Victory“ mit Zimmern, die auf Familien ausgerichtet sind, sind geplant. Und Palmen, Palmen, Palmen. Schon im Herbst nächsten Jahres soll Eröffnung gefeiert werden. 90 Zimmer werden insgesamt nach den bisherigen Plänen entstehen, aber: „wir wollen neue Gäste, niemandem etwas wegnehmen“, beteuert Wund. „Ich persönlich bin stolz auf die Therme, sunst hamma sowieso ned vui do“, sagte Bauernfeind eingangs. Er räumte aber ein, dass die Idee, das heiße Wasser aus der Erde nicht nur für die Geowärme, sondern auch für ein Thermalbad zu nutzen, nicht von der Politik sondern dem damaligen Stadtwerkeleiter Wilfried Bensiek stammt, der sie aus Straubing mitgebracht hatte. ab

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