Das Wetter im Blick

Tief-Karussell statt Oktober-Gold – Bleibt das Wetter alkoholfrei?

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Erding – Wenn man beim Wetterbericht nur ein paar Wortfetzen aufschnappt, genügt eigentlich schon der Begriff „Westwetter“ – und die meisten wissen schon, was auf sie zukommt; nix g’scheits nämlich! So oder so ähnlich läuft es jedoch in diesem Oktober, der ansonsten ja immer mit dem großen Oktoberfest-Finale einsteigt. Tja, Corona macht’s möglich – oder besser un-möglich. Und so kam und kommt es anscheinend so manchem drastisch anders vor als noch Anfang des Jahres geplant. Auch die sogenannte Normalität beim Wetter, erst recht wohl beim Klima, scheint mehr oder wenig dahin zu sein … Ausgiebig verwöhnt noch im August und September von Sonnen-Überstunden und Wärme-Überschuss in Serie, weht uns mittlerweile ein ganz anderer Wind um die Ohren. Da eiern Tiefs über Westeuropa und spülen ganze Dörfer aus den Geschichtsbüchern. Da gibt es innerhalb weniger Tage im Südalpenstau so viel Regen, wie bei uns in der Region von Januar bis Oktober in Summe normal ist. Zugleich erfahren wir, dass es nahezu überall auf dem Festland der Nordhalbkugel 2020 bislang erheblich zu warm war. 

Der Begriff „zu kalt“ ist bei uns übrigens zuletzt in der Wetterbilanz für den Mai 2019 verwendet worden. Beim Blick nach vorne auf die mittelfristigen Modellrechnungen, welche Wetterlagen auf uns zurollen, kommt allerdings unangenehm häufig die (Fach-)Sprache auf den Begriff der „Meeresluft polaren Ursprungs“. Und auch da braucht es wenig Erklärung, um gewisse Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die Gänsehaut auslösen könnten. Tatsächlich droht tendenziell besonders um die Monatsmitte diese ungemütliche Mixtur, inklusive eines Mittelmeertiefs, rund um den Alpenraum – und damit bis zu uns! Im Klartext würde dies bedeuten: Vielleicht schneit es im Oktober 2020 schon so früh wie seit anno 2003 nicht mehr?! Damals gab es sage und schreibe am 24. September mittenrein in den Oktoberfest-Rausch den ersten Schneeregen bis ganz runter zu uns! 

Das Schöne bei derlei orakelten Schreckensszenerien aber ist: Es handelt sich um die Zukunft, also mit erheblichem Anteil an Spekulation; zu Deutsch: ohne Gewähr! Und da haben Wetten und Wetter doch so einiges gemeinsam: man sollte beides nicht allzu ernst nehmen – eher mit Augenzwinkern. Lottozahlen und schlaumeierische Aktienkursprognosen haben nun mal eines gemeinsam: sie folgen der Gesetzmäßigkeit des guten, alten Spruchs „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ … - Christian König

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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