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Tolkien Reading Day: Der Herr der Fantasy-Literatur

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Von: Mayls Majurani

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„Der Herr der Ringe“ verkaufte sich weltweit über 150 Millionen mal.
„Der Herr der Ringe“ verkaufte sich weltweit über 150 Millionen mal. © ma

Mit 150 Millionen Exemplaren ist „Der Herr der Ringe“ eins der meistverkauften Bücher der Welt. Sein Autor J.R.R. Tolkien gilt als Wegbereiter der Fantasy-Literatur. Und für seine Fans ist der 25. März ein Feiertag: Der Tolkien Reading Day.

Mittelerde – „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit.“ Mit diesem Satz fing alles an. J.R.R. Tolkien, Linguistik-Professor an der Oxford-Universität, schrieb ihn auf, als er Studentenarbeiten korrigierte und plötzlich ein leeres Blatt vor sich fand. Damals wusste er noch gar nicht, was ein Hobbit ist. Er musste es rausfinden. Schließlich wurde daraus das Buch „Der Hobbit“. Es handelt von einer phantastischen Welt, in der der Hobbit, – ein kleinwüchsiges Wesen, das Abenteuer verabscheut und keine besonderen Kräfte hat – 13 Zwergen dabei hilft, ihr Königreich von einem Drachen zu befreien. Während der Reise findet dieser Hobbit einen Zauberring. In Tolkiens späterem Buch „Der Herr der Ringe“ geht es um diesen Einen Ring, der zerstört werden muss. Das gelingt – am 25. März 3019 des Dritten Zeitalters. Seit 2003 unserer Zeitrechnung wird dieser Tag als Tolkien Reading Day gefeiert. Er soll vor allem jüngere Generationen Tolkiens Welt näher bringen.

Warum man Tolkien lesen sollte?

Oft geht es in epischen Geschichten um das Schicksal einer auserwählten Person. Luke Skywalker aus „Star Wars“, Paul Atreides aus „Dune“ oder Harry Potter sind nur einige Beispiele. Vor allem in „Der Herr der Ringe“ ist das anders. Hier geht es vor allem um zwei Hobbits, die die Welt vor einem dunklen Herrscher retten müssen. Sie sind keine großen Krieger, keine Helden. Sie sind einfache Hobbits, die gern Pfeife rauchen und Bier trinken und nie zu spät zum Essen kommen. Und ausdrücklich deshalb – weil sie absolut keine Macht besitzen und so unbesonders sind – ist es ihre Aufgabe, die Welt zu retten.

Tolkien zeigt so, was der einfachste Mensch alleine erreichen kann. Und wenn man sich anschaut, was derzeit in der Welt so alles falsch läuft, ist das eine Mut machende Erkenntnis. Auch einfache Hobbits können etwas verändern und die Welt zu einem besseren Ort machen.

„Der Herr der Ringe“ ist also ein Märchen für Erwachsene. Aber nicht nur ein Märchen – es ist Teil einer großen Mythologie die sich über mehrere tausend Jahre erstreckt. Tolkien schrieb sein Leben lang an ihr, bildete sie, um zu sehen, ob die von ihm entwickelten Sprachen, in einer Welt bestehen können.

„Der Hobbit“ bildet eine Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“. Er ist stilistisch anders, wurde ursprünglich als Kinderbuch konzipiert. Wobei: Tolkien hat auch „Der Herr der Ringe“ eigentlich für seine Kinder geschrieben. Nur waren sie damals eben schon erwachsen.

Und dann gibt es noch das posthum veröffentlichte „Das Silmarillion“, quasi die Bibel dieser Welt. In ihm wird erzählt wie der Schöpfergott Eru die Welt erschafft. Sie ist erst eine Scheibe, verwandelt sich später in eine Kugel. Im „Silmarillion“ sind stilistisch unterschiedliche Geschichten und Mythen aufgeschrieben. Manchmal sind es epische Heldensagen, manchmal tragische Liebesgeschichten. Die drei großen Erzählungen, „Die Kinder Hurins“, „Beren und Luthien“ sowie „Der Fall von Gondolin“ sind später auch in überarbeiteter Form als eigenständige Bände erschienen.

Und die Filme?

Tolkiens Bücher wurden nicht nur von Peter Jackson verfilmt. Vor allem vom „Hobbit“ gibt es jede Menge Zeichentrickfilme. Viele sind auch sehr unterhaltsam. Und die „Der Herr der Ringe“-Trilogie von Peter Jackson ist tatsächlich ganz großes Kino. Aber: Es ist Kino. Niemals erreicht es die Tiefe, die Tolkien in den sechs Büchern (Ja, es sind sechs Bücher, in drei Bänden) vermitteln kann. Wohl auch deshalb konnte sich Tolkiens Sohn und Nachlassverwalter Christopher Tolkien nie mit der Filmtrilogie anfreunden. Die Geschichte sei viel zu sehr kommerzialisiert worden, meinte er. Die Filmtrilogie ist vielleicht ein guter Startpunkt um der tolkienschen Mythologie etwas näher zu kommen. Doch wem diese Welt gefällt, sollte unbedingt zu den Büchern greifen.ma

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