Naturschutz

Totholzbiotop am Eichenkofener Sportplatz wird wiederbelebt

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Das Biotop in heutigem Zustand

Bund Naturschutz setzt sich für Erhalt des Biotops am Sportplatz Eichenkofen ein

Erding – Der Bund Naturschutz möchte das Biotop nahe des Sportplatzes Eichenkofen wieder mit stehendem Totholz bereichern. Denn seit der Installation 2007 hat sich das Biotop durch den natürlichen Abbauprozess des Holzes stark verändert, einige der Stämme sind umgestürzt. 

Das Totholzbiotop befindet sich auf dem Ökokonto-Grundstück der Stadt Erding. Damals wurden etliche lange Baumstämme zu einem Drittel in den Boden eingelassen. So wurde ein neuer Lebensraum für bedrohte und seltene Insektenarten geschaffen, deren Lebensräume immer weiter verschwinden. 

Der bekannte Insektenkundler, Naturfotograf und außerdem Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Freising, Wolfgang Willner, informiert über die Ergebnisse seines Monitorings im Totholzbiotop Eichenkofen.

Die Untersuchung der Artenvielfalt in diesem Ausgleichsbiotop der Stadt Erding förderten interessante Ergebnisse zutage. So wurden unter anderem verschiedene Laufkäfer-, Wildbienen- und Wespenarten sowie seltene Vertreter der Familie der Hirschkäfer gefunden. 

Auch seltene Holzkäfer aus der Hirschkäferfamilie, wie Balkenschröter und der nach der Roten Liste gefährdete Kopfhornkäfer hatten sich eingenistet. Im Monitoring untersuchte Willner zu unterschiedlichen Jahreszeiten die Stämme und ihre nähere Umgebung auf Arten, die in ihrem Lebenszyklus auf Totholz angewiesen sind. 

Insgesamt konnte der Naturfreund elf Käfer-, fünf Bienen-, vier Goldwespenarten und einige Spinnen- und Wanzen- sowie Fliegenarten nachweisen. Die Initiative zur Umgestaltung des Grundstückes in die „Landschaftsinstallation – Welle und Mäander“ stammt vom BN-Mitglied und Holzbildhauer Wolfgang Fritz aus Oberding. 

„Totholz“ gehört zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa, weil der Anteil absterbender und zerfallener Bäume in den Wirtschaftswäldern immer mehr zurückgeht. Viele Tiere und Pflanzen, die auf Totholz angewiesen sind, stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

60 Prozent der heimischen Totholzkäferarten sind gefährdet. „Grundsätzlich ist das Projekt auch beim Grundbesitzer Stadt Erding auf positives Interesse gestoßen, so dass wir zuversichtlich sind“, sagte Manfred Drobny, Geschäftsführer des BN-Kreisverbandes Erding gegenüber unserer Zeitung. Bei der Stadtverwaltung wird das Thema mit der Unteren Naturschutzbehörde besprochen und danach wird bei der Stadt eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen - Bauersachs

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