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Ein Tropfen auf den heißen Stein

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Groß war das Interesse am "Runden Tisch" zum Thema Migration, das in den Räumen des Job Centers Aruso stattfand.Foto: Brückner

Mehr als 30 Teilnehmer, zumeist Frauen, konnte Brigitte Inegbedion von In Via (auf dem Weg) in den Räumen des Jobcenters Aruso begrüßen.

Erding – Der „runde Tisch“ zum Thema Migration, zu dem sie eingeladen hatte, war viel zu klein. „Es gibt Bedarf und auch Hilfe“, sagte sie. 

Ziel sei es, die einzelnen Stellen miteinander zu vernetzen, die Angebote zu koordinieren, die Integration ausländischer Mitbürger einfach verbindlicher zu gestalten, wie es Staatsministerin Dr. Maria Böhmer in einem Modellprojekt vorgemacht habe. Darin wird eine engere Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Fachstellen, der Kommune, dem Jobcenter und den Sprachkursträgern gewünscht. 

Den Teilnehmern war die Problematik wohl bekannt, aber die Hürden, zum Beispiel für Asylbewerber, sind hoch. Einig waren sich die Diskutanten, dass Vieles schon an der Sprachbarriere scheitert. Aber wer nicht ein Jahr im Land ist, bekommt dafür keine Förderung. 

Unterliegen die  Asylanten der Berufsschulpflicht, so dürfen sie dieser nur nachkommen, wenn sie dem Unterricht auch folgen können. 

Barbara Wolff, Leiterin der Grundschule am Lodererplatz, beklagte, dass der Staat sie nicht unterstütze, um den Kindern Deutsch zu lernen, das müsse die Schule alles selber stemmen. Dazu käme, dass die Eltern des Deutschen nicht mächtig seien und sie nicht mal Bescheid sagen können, wenn die Kinder etwa einen Arzttermin haben. 

Das Gespräch war rege, allein die Begrüßungs- und Vorstellungsrunde dauerte fast den ganzen vorgesehenen Zeitraum. Zum Blick in die Zukunft (zum Beispiel Erstellen einer Broschüre mit allen relevanten Stellen, Veranstalten einer Infomesse) blieb keine Zeit. Marianne Ehler berichtete aus Dorfen, wo es eine Initiative gibt, die einst mit einem Frauenfrühstück begann. 

Die Stadt finanziert die Räume, das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) steuert dazu und Spenden wohltätiger Organisationen helfen, dass die Sprache vermittelt wird. 

Wilhelm Adelsberger, Leiter der Ausländerbehörde am Landratsamt, machte klar, dass seine Dienststelle nicht zuständig ist, um derlei Probleme zu lösen. Sie prüfe nur die Rechtmäßigkeit des Aufenthalts, habe aber keinerlei Mittel zur Verfügung, um eine wie auch immer geartete Förderung zu finanzieren.  

Eleni Lehner, Lehrerin an der Volkshochschule, sagte für das nächste Treffen, das vorläufig für den 20. März 2013 geplant ist, zu, einen größeren Raum in der VHS zur Verfügung zu stellen. Sie weiß um die Wichtigkeit, Deutsch zu lernen, doch kennt sie auch die Klippen, die es zu umschiffen gilt. 

Maria Brand sagte, dass Sprachförderung mittlerweile erlaubt sei, weil auch die Behörden die Notwendigkeit einsähen. Sie betreut eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen, die unbedingt Deutsch lernen sollen und wollen. Hier wollen dritter Landrat Fritz Steinberger und Lehner mithelfen, entsprechende Spenden aufzutreiben. 

Das war die einzige konkrete Aktion, die sich aus dem Treffen ergab. 

Doch ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die großen Probleme, wie etwa psychische Hintergründe oder das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum, lassen sich dadurch nicht lösen. Aber steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. ab

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