In der Natur unterwegs

Vogelwanderung durch das Burgholz mit dem BUND Naturschutz Ortsgruppe Erding

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Die Teilnehmer der Vogelwanderung erhielten viele interessante Informationen.

Vogelkonzert bei Sonnenaufgang

Alljährlich ist es ein besonderes Erlebnis, dem morgendlichen Vogelgesang zu lauschen. Und so versammelten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Menschen aus dem Landkreis, um auf der BN-Vogelstimmenwanderung das vielstimmige Konzert zu genießen. Obwohl es an dem Sonntagmorgen im Wald bei Aufhausen recht frisch war und selbst mancher Vogel nicht sogleich in Schwung kam, konnten die rund 30 Teilnehmer und Anleitung von Sascha Alexander viele Arten entdecken.

Dazu bedurfte es eines sehr genauen Hinhörens und einer Stille, wie man sie für gewöhnlich im Alltag nur selten zulässt. Dann aber wurden neben den lauten und überschwänglichen Gesängen einer Mönchsgrasmücke oder eines Buchfinks auch die feinen Gesänge des Wintergoldhähnchens oder des Fitis sowie die vielen verschiedenen Rufe anderer Vogelarten hörbar. Während die Strophen von Arten wie Zilp Zalp (singt, wie er heißt) oder Amsel schnell gelernt oder schon vertraut waren, waren die Gesänge beispielsweise von Misteldrossel und Waldlaubsänger allen neu.

Neben diesem Hörerlebnis lernten die Teilnehmer viel über den Vogelgesang und die Faszination des Vogelzugs, aber auch über die vielen Bedrohungen und dem rapiden Rückgang der Brutvogelbestände in Deutschland und Europa in den letzten Jahrzehnten. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist der Verlust vieler Lebensräume durch die Zerstörung unserer Kulturlandschaft und dem damit einhergehenden Schwund an (Insekten)Nahrung und Brutplätzen. Aber auch die vielerorts sterilen Gärten, monotone Wälder, die legale und illegale Vogeljagd, der Vogelschlag an Fenstern und Fassaden oder auch Hauskatzen tragen alljährlich zum millionenfachen Tod der Vögel bei. „Die Lage ist sehr ernst und jeder ist aufgefordert, etwas für den Erhalt der Vögel und ihrer Lebensräume zu tun“, mahnt Sascha Alexander.

Allein in der europäischen Agrarlandschaft sind zwischen 1980 und 2009 schätzungsweise 300 Millionen Brutpaare der dort lebenden Vogelarten verschwunden. Nahezu jede dritte Vogelart hat in Deutschland zwischen 1985 und 2009 im Bestand abgenommen. Die Auflistung weiterer Schreckensmeldungen ließe sich fortführen und auch in der Gegenwart zeige der Trend bei den allermeisten Arten weiterhin nach unten. Solche Zahlen seien keine Übertreibung oder Panikmache, betonte Sascha Alexander, sondern basierten auf methodischen Bestandsaufnahmen der Brutvögel (Monitoring) und vielen weiteren Untersuchungen der letzten Jahrzehnte. 

Wie schnell sich die Natur verändert, zeigt sich selbst an der beliebten BN-Vogelstimmenwanderung. Diese musste schon mehrmals den Ort wechseln, um noch das Vogelkonzert erleben zu können: so fand sie früher im heute ausgeräumten Stadtpark statt, dann im landwirtschaftlich intensiv genutzten Wörther Moos, ein Jahr später am Kronthaler Weiher, wo nun ein Großparkplatz entsteht, und zuletzt am Notzinger Weiher, dessen Gelände wie bekannt durch den Bau eines Zeltlagerplatzes und eine Umgestaltung der Ufer und angrenzenden Flächen gerade seinen idyllischen und artenreichen Charakter verliert.

Folgende Arten, waren auf der Vogelstimmenwanderung zu hören: Amsel, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht, Eichelhäher, Fichtenkreuzschnabel, Fitis, Goldammer, Kleiber, Kohlmeise, Kuckuck, Misteldrossel Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Sommergoldhähnchen, Sumpfmeise, Tannenmeise, Waldlaubsänger, Wintergoldhähnchen, Zaunkönig und Zilp Zalp.

Doch wer singt da eigentlich alles, wie funktioniert der Gesang, wann und warum singen manche Vögel, andere nicht? Auf dem BN-Spaziergang durch den Frühlingswald ging Sascha Alexander diesen und weiteren Fragen nach und führte durch eine faszinierende, heute leider bedrohte Welt.  -  Sabine Lanzner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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