Gegen das Artensterben

Volksbegehren Artenvielfalt dient dem Erdinger Hochwasserschutz

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Gewässerrand im Naturschutzgebiet Gfällach

Beim „Volksbegehren Artenvielfalt“ geht es um weit mehr als den Bienenschutz.

In diesem Zusammenhang ist die Forderung nach Gewässerrandstreifen ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz in Bayern und besonders in Erding. Während in allen Bundesländern außer Bayern und Niedersachsen das deutsche Wasserhaushaltsgesetz einen Mindestabstand von fünf Metern an Gewässern gesetzlich vorschreibt, ist Bayern ausgeschert und setzt auf Freiwilligkeit. Dieser Ansatz ist in der Praxis gescheitert. 

Weder Grundstückseigentümer noch die Landkreise (durch Einzelfall-Anordnungen) haben diese Option nennenswert genutzt. Ausreichende Pufferzonen zwischen landwirtschaftlichen Ackerflächen oder Siedlungsraum zu den Gewässern gibt es daher heute kaum. So fließt Regenwasser schnell und ungehindert in die Bäche. Die Folge: Das Wasser steigt rascher und heftiger. Bei lokal starkem Regen sind besonders kleinere Fließgewässer wie etwa die Sempt oder die Strogn betroffen. Erst der fehlende Rückhalt in der Fläche macht große und teure technische Verbauungen nötig. Dazu kommen Pflanzenschutzmittel, Dünger, Gülle und Ackerboden die ohne filternde Ufervegetation ungehindert in die Fließgewässer gelangen. Bäche verschlammen, versanden, sind überdüngt und bieten keinen Lebensraum mehr für viele Tier- und Pflanzenarten. 

90 Prozent der Bayerischen Fließgewässer sind heute offiziell in einem schlechten Zustand. Allein 83 Prozent unserer heimischen Fischarten geht es schlecht. Diese Entwicklung bekommen wir vor allem beim winterlichen Hochwasser und lokalen Sturzregen immer öfter zu spüren. Angemessene Uferstreifen können einen zentralen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Verbesserung der Wasserqualität im Landkreis leisten. Sie verringern durch die Wasseraufnahme die Fließgeschwindigkeit und Wasserstände und stoppen die Erosion von Ackerland, Der BUND Naturschutz empfiehlt deshalb dringend, Gewässerrandstreifen und Flussauen besser zu schützen. Sie zählen nicht nur zu den artenreichsten Lebensräumen und bilden ein wichtiges Biotop-Netzwerk unserer Kulturlandschaft. Sie sind zugleich wesentliche Rückhaltezonen für Wasser und Schwebstoffe, insbesondere dann, wenn sie mit Gehölzen bewachsen sind.

Die Europäischen Wasserrahmenrichtlinie fordert den guten Zustand des Wassers. Sie empfiehlt Uferschutzmaßnahmen. Der BN und das Volksbegehren Artenschutz will diese für Mensch und Natur so wichtige Funktion endlich gesetzlich umsetzen.  - BN Kreisgruppe Erding

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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