Das Wetter im Blick

Vom Elch zum Dromedar – warum dieses tierische Märzwetter?

Blauer Himmel
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Sonnig, aber kalt: so zeigt sich der März bisher

Der Erdinger Diplom-Forstwirt und Wetter-Mann Christian König befasst sich mit dem Wetter, das uns erwartet 

Region – Ab sofort weht ein anderer Wind! So oder so ähnlich tönt es, wenn wir uns auf urplötzliche drastische Veränderungen einzustellen haben. Und dieser Ausspruch kommt nicht von ungefähr. Es ist die typische Überlieferung über Generationen hinweg – Ereignisse umgewandelt in analoge Bildersprache, was dann aus dem Zusammenhang gerissen letztlich Eingang in unseren Wortschatz fand. So oder so ähnlich fühlten und fühlen sich aber auch viele von uns in den vergangenen Wochen, wenn es um die Wahrnehmung und das Aushalten der Wetterkapriolen ging – und immer noch geht…! Gleich mehrfach war die Rede vom Saharastaub – also Wüstenluft-Import im Schnelldurchgang, verbunden mit fast schlagartiger Erwärmung; fast schon über Nacht und für so manchen schwer erträglich bei wettersensibler Veranlagung. Bis zu 40 Grad Temperaturunterschied innerhalb von gut zwei Tagen wurden da nicht allzu weit weg von uns in der Region Erding vermeldet!

Diplom-Forstwirt Christian König

Und diese Fieberkurven zwischen Minus- und Plusgraden haben offensichtlich auch Gefallen am ersten so genannten Frühlingsmonat gefunden. Übrigens: Der echte Frühlingsanfang findet ja formell immer zur Tag-und-Nachtgleiche, diesmal am 20 März, statt. Die häufig gestellte Frage lautet daher nach wie vor: Was ist da los? Warum passiert das dieses Jahr derart auffällig und obendrein immer wieder? Die Antwort ist komplex und kompliziert: Es liegt an der Wiederholungsneigung spezieller Großwetterlagen-Abfolgen, eingebettet in die großen Windbänder (Jet-Streams) rund um die Nordhalbkugel, gepaart mit klimawandel-bedingter Verlangsamung der West-Ost-Drift. Kapiert? Nein? Kein Wunder – ist ja auch Fachchinesisch! Und hier der Versuch einer Übersetzung: Anstatt wie sonst häufig vom Atlantik, kommt die Luft seit Anfang Januar mal mehr aus dem Süden, mal mehr aus Norden. Es wird die jeweils jahreszeitlich wärmste/kälteste Luft angezapft, zu uns verfrachtet und über längere Zeit geparkt.

Das kann ziemlich schnell gehen! Und wenn sich sowas mal eingespielt hat, kommt es gerne mehrfach. Solche Winterlagen sind aber jetzt nachts nicht mehr so eisig bei rasant immer länger werdenden Tagen. Und die Sonne hat zugleich deutlich mehr Power, so dass es tagsüber wesentlich wärmer werden kann als im eigentlichen Winter. Machen wir also nichts vor: Der Frühling 2021 kommt in Raten, unterbrochen von herben Rückschlägen und zum Frust vieler Hobbygärtner. Geduld ist mal wieder gefragt, wie derzeit bei so allerlei Dingen des täglichen Lebens… - Christian König

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