Vorbildlich gelaufene Zusammenarbeit

Jochen Haberstroh (Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege), Wilhelm Wagner (Stadtbauamt Erding), Museumsleiter Paul Adelsberger, Harald Krause (Archäologieabteilung des Museums), Sarah Salecker von der Firma Südhausbau, Martin Pietsch, (Gebietsreferent Bodendenkmalpflege für den Landkreis) und Martin Delker, Architekt der Firma Südhausbau bei der Vertragsunterzeichnung zur Übergabe der archäologischen Funde an das Museum Erding (v.l.). Foto: sabs

Erding

(sabs) – Wieder einmal wurden in Erding archäologische Funde gemacht. Bei Bauarbeiten entdeckte man, dass das Gebiet zwischen den Firmen Riemerschmid und Amadeus in Aufhausen einst eine frühmittelalterliche Siedlung beherbergte. Bereits im April diesen Jahres wurde mit den Ausgrabungen begonnen. Die archäologischen Funde bei den Grabungen gehen offiziell in den Bestand des Museums Erding über, wie die Firma Südhausbau und die Stadt Erding vergangene Woche vertraglich unterzeichneten. „Mit jeder Grabung erhält man ein präziseres Bild der bajuwarischen Siedlungen, wie man es sonst nicht kriegen könnte“, freut sich Dr. Martin Pietsch, zuständiger Gebietsreferent der Bodendenkmalpflege für den Landkreis. Als ein besonders wertvoller Fund gelten die archäologischen Entdeckungen, weil es sich um eine ganze Siedlung handelt. Bei den Ausgrabungen wurden einige große Gebäude geortet, einige Brunnen, ein Wassersystem, mit dem Frischwasser zugeführt und Abwasser abgeführt werden konnte, das Siedlungsbild einer Straße und sogar einige Gräber hat man entdeckt. „Daraus kann man schließen, dass es sich um eine verhältnissmäßig kleine Siedlung handelt. Bei den größeren mittelalterlichen Siedlungen waren die Gräber nicht unmittelbar in die Siedlungen integriert“, erklärt Pietsch. Lediglich zehn Zentimeter unter dem Erdboden waren die Gräber , die man entdeckte. Harald Krause, der die Archäologieabteilung des Erdinger Museums konzipiert, bestätigt, dass man aufgrund der Erosionsverluste in etwa 20 Jahren nichts mehr von den archäologisch wertvollen Ausgrabungen vorgefunden hätte. Und auch wenn immer noch viele Fragen zu den Funden offenstehen, besitze die Siedlung aufgrund der archäologischen Dichte der Funde einen hohen Wert für die Wissenschaft, erklärt der Archäologe. Die Firma Südhausbau, die mit ihren Baumaßnahmen auf die archäologischen Schätze gestoßen war, verfolgte mit Interesse die Ausgrabungen. „Die Entdeckung kam damals ganz überraschend. Wir hätten nie damit gerechnet, dass so viel gefunden wird“, erzählt Sarah Salecker von der Projektentwicklung der Firma Südhausbau. Auch Kollege Martin Delker bekundigte sein persönliches Interesse an den Ausgrabungen. „Wir waren am Wochenende oft selbst dort und haben mit Interesse die Entwicklungen der Ausgrabungen vor Ort mitverfolgt. Als archäologischer Laie empfand ich das alles als sehr aufregend und als eine persönliche Bereicherung“, meint Delker. Die Möglichkeit, den eigenen Bekannten an den Wochenenden die archäologischen Ausgrabungen zu zeigen, sei schließlich einmalig. Von einer „vorbildlich gelaufenen Maßnahme“ und sehr guter Zusammenarbeit aller Beteiligten spricht auch Jochen Haberstroh vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Einzig zu bedauern sei der Verlust der archäologischen Schätze, die südlich der Siedlung liegen. „Anhand des Planes ist es sicher, dass die Siedlung ursprünglich weiter nach Süden ging. Dort befindet sich jedoch eine Bauanlage, die man bereits Ende der 80er Jahre gebaut hat“, bedauert Haberstroh. Damals blieben die archäologischen Reliquien jedoch unentdeckt.

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