Archäologie

Vortrag über aktuelle Ergebnisse der Ausgrabungen in Buch am Buchrain

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Archäologin bei der Arbeit: Zeichnerische Dokumentation einer zwei Meter großen Pfostengrube des monumentalen, frühmittelalterlichen Umgangsbaus.

Grabungsleiter Stefan Biermeier und Museumsleiter Harald Krause gehen auf den archäologischen Forschungsstand im gesamten Gemeindegebiet von Buch am Buchrain ein.

Buch am Buchrain – Auf Einladung der Gemeinde Buch am Buchrain wird am Donnerstag, 27. Februar, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Gemeinde ein öffentlicher und reich bebilderter Vortrag über die archäologischen Ausgrabungen im Baugebiet „Am Haidfeld 1“ angeboten. 

Kooperationspartner sind das Museum Erding und der Archäologische Verein Erding und die Grabungsfirma SingulArch. Referenten sind der Grabungsleiter Stefan Biermeier und Museumsleiter Harald Krause. 

Krause wird in das Thema einführend auf den archäologischen Forschungsstand im gesamten Gemeindegebiet von Buch am Buchrain eingehen, der bis in das Ende der Jungsteinzeit zurückreicht. 

Biermeier zeigt die aktuellen Grabungsergebnisse der Jahre 2018/19 auf. Obwohl im 2,2 Hektar großen Baugebiet für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie für das neue Feuerwehrhaus der Gemeinde nach Bayerischer Denkmalliste kein Bodendenkmal bekannt war, wurde die Fläche durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landratsamts Erding als sogenannte Vermutungsfläche eingestuft. 

Grund hierfür war die seit jeher siedlungsgünstige Lage (Lösslehmböden) und die bis in das Frühmittelalter zurückreichenden, über 1.200 Jahre alten Schriftquellen über den Ort. Leider waren die Archäologen nicht von Beginn der Erschließungsmaßnahmen an vor Ort, deshalb sind zahlreiche Erkenntnisse der Ortsgeschichte unwiederbringlich zerstört worden. 

Erst als ein Passant zufällig die in der Straßentrasse angebaggerten Befunde erkannte und dies den Behörden meldete, wurden die Archäologen mit der Ausgrabung seitens der Gemeinde Buch am Buchrain beauftragt. Im Zuge der Ausgrabungen konnte der Nordwestteil einer umfriedeten Siedlung des frühen Mittelalters (ca. 8. bis 10. Jahrhundert n. Chr.) dokumentiert werden.

Aufgrund der außergewöhnlichen Dimensionen der verbauten Hölzer und der für die Zeit geradezu monumentalen Ausmaße eines Umgangsbaus dürfte es sich um den Sitz eines bedeutenden Adeligen gehandelt haben. Der stattliche Hof hat sich mit großer Wahrscheinlichkeit weiter in Richtung Osten in die seit der letzten Jahrtausendwende bestehende Wohnsiedlung erstreckt. 

Damals fanden dort leider keine archäologischen Ausgrabungen statt, hier ist mit großen Verlusten an Ortsgeschichte zu rechnen. Weiter kamen 2018 einzelne Funde der Jungsteinzeit (um 4.000 v. Chr.) und der Keltenzeit (um 200. v. Chr.) zum Vorschein. Siedlungsstrukturen (z. B. Hausgrundrisse) aus diesen vorgeschichtlichen Epochen wurden allerdings im Baugebiet nicht aufgedeckt. 

Diese dürften in unmittelbarer Nähe des Baugebiets zu suchen sein. Im Sommer 2019 entschied der Gemeinderat von Buch am Buchrain die Funde dem Museum Erding als Schenkung zu überlassen. 

Dort stehen sie der wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung und können beispielsweise durch universitäre Abschlussarbeiten eingehend untersucht werden. Die Ergebnisse – insbesondere der Gebäudearchitektur – werden einen großen Beitrag leisten, Licht in das Dunkel der frühen Ortsgeschichte von Buch am Buchrain zu bringen.hk/sb

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