Natur & Umwelt

Wegränder, Gräben und Böschungen stehen lassen

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Der Kreisjagdverband Erding bittet darum, Wegränder, Gräben und Böschungen stehen lassen

Erding – In diesen Wochen rücken in den Bauhöfen vieler Gemeinden wieder die Mäh- und Mulchfahrzeuge aus, um Straßen-, Weg und Grabenränder und andere Freiflächen in der Gemeinde „aufzuräumen“ und schön sauber zu halten, auch wenn dort die Pflanzen jetzt in voller Blüte stehen. 

Für unzählige Arten – Wildbienen und andere Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen – bedeuten diese Maßnahmen den sicheren Tod. 

Mähen und Mulchen vernichtet wertvollen Lebensraum 

„Ohne blühende „Un“kräuter gibt es keine Nahrungsgrundlage für Tausende verschiedener Arten“, erklärt der Diplom Biologe und Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Erding. 

Für viele Insekten wird die Mahd außerdem zur Todesfalle, sie werden kurzerhand mit geschreddert oder vom Sog getötet. Und damit fehlt auch vielen unserer Vögel die Insektennahrung, die gerade jetzt zur Aufzucht der Jungvögel so notwendig ist. „Wir wünschen uns“, so Schreder, „dass die Gemeinden umdenken und an geeigneten Flächen den Artenschutz schon jetzt und heute vermehrt umsetzen, auch bevor das neue Gesetz zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen wird.“ 

„Sauber“ war gestern

Umdenken müssen natürlich auch die Bürger. Deshalb werben die Jäger des KJV Erding um mehr Verständnis in der Bevölkerung für „unordentliche“ Wegränder und Gemeindeflächen. „Weniger ist mehr“, betont der Biologe Schreder, „ungemähte oder verblühte Weg- und Grabenränder mögen auf den ersten Blick ungepflegt aussehen, aber sie sind wertvoller Lebensraum in unserer so stark zersiedelten und versiegelten Landschaft. Denn auch unsere Insekten fallen nicht vom Himmel. Sie benötigen für ihre Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt Pflanzenmaterial.
So brauchen zum Beispiel die Florfliegen hohle Stängel zur Eiablage, Schmetterlingsraupen Futterpflanzen wie die Brennnessel oder Libellenlarven Pflanzenteile, an denen sie vom Wasser an Land klettern können.
Wir können alle einen Beitrag zum Artenschutz leisten. In diesem Zusammenhang wäre ein Auslassen der Mahd ein wichtiger Schritt für mehr Artenvielfalt.“ 

Jetzt Bewusstsein schärfen 

Damit in unseren Dörfern auch Insekten und Kleinlebewesen und mit ihnen im ökologischen Zusammenspiel auch Hase, Rebhuhn und Fasan wieder eine Chance haben, appelliert Thomas Schreder an die Gemeinden, ihr Bewusstsein für den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt zu schärfen. 

„Viele Gemeinden sind in diesem Bereich schon sehr sensibel und achten mit Ihren Bauhöfen auf einen sorgsamen Umgang mit der Natur. Dafür unser größter Dank. Mit diesem Aufruf versuchen wir auch diejenigen zu überzeugen, die sich mit diesem Thema noch nicht so intensiv beschäftigt haben. Dazu gehören neben den Gemeinden auch andere große gewerbliche Grundbesitzer, die zur Zeit ihre Flächen pflegen.“ ts

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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