Das Wetter im Blick

Wetter-Hochs und Tiefs erklärt: Wie lange hält heuer der Altweibersommer durch?

Wie gut stehen unsere Chancen auf einen Alteweibersommer?
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Wie gut stehen unsere Chancen auf einen Alteweibersommer?

Der Erdinger Diplom-Forstwirt und Wetter-Mann Christian König befasst sich mit dem Wetter, das uns erwartet

Erding – Hochs und Tiefs sind die unbestrittenen Treiber des Wettergeschehens rund um unseren Globus. Sie driften gemäß der Erddrehung von West nach Ost innerhalb der großen Windbänder in 5 bis 6 Kilometern Höhe – auch Jetstreams genannt. Wir erleben die Tiefs mal volle Breitseite mit Pauken und Trompeten, mal dezent einschmeichelnd, quasi durch die Hintertür, ein anderes Mal unsichtbar auf den allerseits bekannten Wetterkarten mit ihren Isobaren (Linien gleichen Luftdrucks) und doch zäh wie Leder, nervtötend, frustrierend hartnäckig. Dann nennen dies die Profis unter den Wolkenguckern gerne auch „Höhentiefs“ oder „Kaltluftschüsseln“; in beiden Fällen weil nur in höheren Luftschichten ausgeprägt und angefüllt mit feucht-kalter Luft.

Soviel zum Exkurs Meteorologie, Kapitel Tiefs. Jetzt aber zum weitaus erfreulicheren Phänomen der Hochdruckgebiete – kurz und im Volksmund: Hochs! Sie ergötzen uns im Jahreskreis doch meistens deutlich mehr als ihre nass-triefenden, aber dennoch existenziell notwenigen Gegenspieler, den Tiefs. Aber auch die Hochs kommen uns sehr unterschiedlich nahe: Mal kurz und flatterhaft als Zwischenhochs, mal nahezu unmerklich, weil von labiler Schauerluft überlagert; mal aber auch als fette Brummer, die sich brettlbreit über halb Europa hinstrecken und vor fauler Bewegungsunlust nur so strotzen! Man erinnere sich an die Hammersommer 2018, 2019 und teils 2020.

Nun gibt es statistisch gründlich unterlegte Tendenzen durch die einzelnen Jahreszeiten, wann sich bevorzugt Hochs in unseren Breitengraden – und damit rund um die Region Erding – aufhalten. Dies sind langfristig ausgewertet die Monate Februar und teils September. Letzterer ist aktuell noch eine Weile im Gange und somit von erhöhtem Interesse. Dafür spricht schon allein die oft gestellte Frage: bekommen wir nochmal einen Altweibersommer oder nicht?! Zustande kommt diese Wettervariante aber nur bei einem stabilen Hoch, trocken-warmer Mittelmeerluft und wir mittendrin.

Auslöser für die aktuelle Woche – und jetzt kommt’s! – ist tatsächlich ein mächtiges Hoch namens KERSTIN! Es streckt seine Fühler von den Azoren bis zu uns und den Alpenraum aus. Das bedeutet zwar frische Nächte und teils zäheren Nebel in den Vormittag rein; aber dann doch reichlich Sonnenschein, mit dem die Luft nochmal auf locker 20 Grad (im Schatten) erwärmt werden kann. Die Chancen stehen also mehr als gut. Und dann haben wir unterm Strich – Herbstanfang am 22. hin oder her – einen prächtigen September 2021 mit deutlichem Wärme- und Sonnenscheinüberschuss in der Tasche. - ck

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