Wetter im Blick

Zahlenspiele zum ersten Sommermonat: zweimal Minus gibt keinmal Plus?!

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Der Frühling war zu kalt – was bringt uns der Sommer?

Der Erdinger Diplom-Forstwirt und Wetter-Mann Christian König befasst sich mit dem Wetter, das uns erwartet

Region – Gleich mal harte Fakten zum Einstieg! Der meteorologische Frühling (März-April-Mai) war 2021 zum ersten Mal wieder in Summe deutlich zu kalt seit 2013. Anders ausgedrückt: von den jeweils vier Jahreszeiten, die wir in unserer Klimazone alljährlich durchleben dürfen (oder müssen), war der Frühling 2021 die erste komplett zu kalte Jahreszeit seit 31 vorangegangenen Jahreszeiten. Verwirrung komplett? OK, ist nicht verwunderlich …

Anders versucht: Jedes Jahr hat doch Frühling, Sommer, Herbst und Winter; also vier Jahreszeiten. Wenn wir rückwärts rechnen, braucht es 31 solcher Jahreszeiten hintereinander, bis wir wieder eine finden, die unterm Strich zu kalt bilanziert wurde – nämlich den Frühling 2013! Manche würden mit den Achseln zucken und schlichtweg anmerken: Tja – Klimawandel eben. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn selbst acht Jahre sind in den Dimensionen unserer Klimazyklen nichts weiter als ein Wimpernschlag.

Deshalb – siehe Überschrift – Zahlenspiele. Klar, sie haben eine gewisse Aussagekraft und man könnte anfangen, daraus die unterschiedlichsten Schlüsse zu ziehen oder welche hineinzuinterpretieren. Wollen wir aber an dieser Stelle nicht. Höchstens darauf hinweisen, wie komplex, kompliziert und für viele letztlich abstrakt diese Materie doch ist. Eigentlich nichts für unser archaisches, auf Überleben und rasches Abchecken der unmittelbaren Umgebung getrimmtes Gehirn samt aller Reflexe! Wen also wundert es nicht, wenn sich bei Thema Klimawandel die Geister scheiden. Erzählt doch so gut wie jede(r) über 40, dass früher die Sommer viel schöner und Weihnachten immer weiß war – na gut, fast immer …

Daher genug damit – den Blick nach vorne! Die Zukunft ist zwar noch verwirrender, weil ungewiss, aber immerhin können wir wild drauf los spekulieren, Hoffnungsschimmer verbreiten oder Prognosen verkünden, von denen in drei Monaten keiner mehr was weiß – oder wissen will. Und genau dem zum Trotz erfolgt jetzt das Wagnis, sich so richtig in die Nesseln zu setzen und den Sommereinstieg 2021 zumindest silhouettenhaft zu skizzieren: Egal, was wir nach dem gruselig zähen Corona-Winter für draußen und/oder weiter weg ersehnen – es wird Sommerfeeling aufkommen! Mit großer Wahrscheinlichkeit aber nicht in derartiger Intensität, wie in den noch unbeschwerten Jahrgängen 2018/19. Wir werden die tollen (Badewetter-)Tage anders genießen; nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Und dadurch werden sie länger in Erinnerung bleiben als je zuvor. Egal, wie viele dabei zusammenkommen. Das ist so gut wie sicher! - Christian König

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