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Die Zukunft der Energieversorgung

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Horst Schmidt, Vositzender SPD-Kreistagsfraktion, Ewald Schurer, SPD-Bundestagsabgeordneter, Franz Breiteneicher von der Raiffeisen-Waren GmbH, Fritz Steinberger, SPD-Kreistagsfraktion, Sigfried Draxler, SPD-Stadtrat, Geschäftsführer der Stadtwerke Erding Walter Huber und Herbert Maier von der Energiewende Kreis Erding (v.l.) diskutierten über regenerative Energien im Landkreis Erding	Foto: sabs
Horst Schmidt, Vositzender SPD-Kreistagsfraktion, Ewald Schurer, SPD-Bundestagsabgeordneter, Franz Breiteneicher von der Raiffeisen-Waren GmbH, Fritz Steinberger, SPD-Kreistagsfraktion, Sigfried Draxler, SPD-Stadtrat, Geschäftsführer der Stadtwerke Erding Walter Huber und Herbert Maier von der Energiewende Kreis Erding (v.l.) diskutierten über regenerative Energien im Landkreis Erding Foto: sabs

Erding – SPD-Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer besuchte vergangene Woche die Stadtwerke Erding. Zusammen mit SPD-Stadträten und Vertretern aus dem Energiebereich machte sich der Bundestagsabgeordnete ein Bild über die aktuelle Situation im Landkreis Erding. Ökostrom wird die Energieversorgung der Zukunft sein, aber es gibt noch Einiges zu tun – darin waren sich alle Diskussionspartner einig. Da das Thema Energiewende auch in Berlin ständig auf dem Tisch sei, interessierte Schurer insbesondere, was in den nächsten Jahren realistisch zu erwarten sei.

Konkrete zeitliche Vorgaben zu einer Energiewende konnte Walter Huber, Geschäftsführer der Stadtwerke Erding, zur Entwicklung in den nächsten zehn bis 15 Jahren noch nicht geben. „Das hängt entscheidend von den Kunden und dem Energieeinkauf aller ab“, erklärte Huber. Der klare Trend gehe jedoch auch im Landkreis in Richtung erneuerbare Energien. 33,1 Prozent regenerative Energien werden aktuell in das Netz der Erdinger Stadtwerke eingespeist – Trend steigend. 16 Biogasanlagen befinden sich im Netzgebiet. Entlang der Sempt gibt es 15 Wasserkraftanlagen und weitere 571 Photovoltaikanlagen zählt das Netzgebiet der Stadtwerke Erding aktuell. „Der Landkreis Erding ist seit 50 Jahren energieautark“, erklärte Huber. Das heißt, dass alles, was im Landkreis an Energie benötigt wird, auch hier erzeugt wird. Ökostrom-Kunden hingegen machen weniger als zehn Prozent der Kunden aus. Hinzu kommt, dass keiner der Großkonzerne den grünen Strom bezieht. Daran hätten auch die Vorkommnisse in Japan nichts geändert, stellt Huber fest. „Gerade einmal zwei neue Ökostrom-Kunden haben wir in Erding seit Fukushima bekommen.“ Einen wichtigen Aspekt sprach Schurer an, als er auf die Kosten zu sprechen kam. „Zwar sei momentan eine Sensibilisierung zum Thema Ökostrom in der Bevölkerung vorhanden, aber letztendlich hängt die Akzeptanz der Energiewende doch von seiner Bezahlbarkeit ab“, stellte Schurer fest. Neben bezahlbarem Strom erwarte der Kunde auch Sicherheit sowie ökologische und sozial gerechte Versorgung. Denn bereits jetzt sei die Situation entstanden, dass einige im Landkreis kaum wissen, wie sie ihre Stromrechnung bezahlen sollten, bemerkte Fritz Steinberger. Daneben gelte es, die Bürger gerade jetzt ausreichend aufzuklären, dass es nicht nur um den Preis gehe, sondern darum, wie wichtig Ökostrom für alle sei, betonte Schurer. Franz Breiteneicher, Geschäftsführer der Raiffeisen-Waren GmbH, stellte dazu die positiven Aussichten der Windkraft dar. Bereits acht Windräder hat die RWG dieses Jahr schon verkauft. Vorallem Landwirte setzten auf die Energie der Windräder. Besonders geeignet sei der östliche Landkreis, erklärte Breiteneicher. Strom da zu produzieren wo er benötigt wird – das sei auch für Schurer eine gute Entwicklung. Auch die Stadtwerke Erding hätten bereits einen Standort für ein Windrad im Auge, bestätigte Huber. Eine unerfreuliche Prognose stellte Huber abschließend zum Thema Energie. „Aufgrund der andauernden Überproduktion wird spätestens nächsten Sommer in Deutschland das gesamte Netz zusammenbrechen“ prophezeit der Geschäftsführer. sabs

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