Fachkräfte-Nachwuchs fehlt im Landkreis Dachau

Dachaus Schüler gehen lieber auf die Universität

Studenten stehen auf der Straße
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Ausbildungsbetrieben in Dachauer Region mangelt es an Lehrlingen.

Der Dachauer Ausbildungsmarkt hat sich trotz Corona-Krise als robust und aufnahmefähig erwiesen. Das teilte die Industrie- und Handelkammer (IHK) für München und Oberbayern diese Woche mit.

Trotzdem begannen 2020 nur 239 Auszubildende im Landkreis Dachau eine duale Berufsausbildung. Das entspricht einem Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019. Laut Zahlen der Agentur für Arbeit vom September 2020 blieben rund 98 Lehrstellen unbesetzt. 197 der neuen Verträge wurden in kaufmännischen Berufen abgeschlossen, 42 in gewerblich-technischen. Die sinkende Anzahl von Schulabsolventen aus den allgemeinbildenden Schulen im Landkreis wirkte sich ebenfalls nachteilig auf den Bewerbermarkt aus. Nach Angaben des Kultusministeriums ging diese im Vergleich zu 2019 um 4,9 Prozent zurück. Besonders hohe Rückgänge waren bei Bewerbern zu verzeichnen, die alternativ ein Studium wählen können. Sie beliefen sich auf minus 15,5 Prozent bei Bewerbern mit allgemeiner Hochschulreife und auf minus acht Prozent bei Bewerbern mit Fachhochschulreife. Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, betont: „Viele Betriebe wollen ausbilden, weil sie auf die Zukunft setzen und dafür benötigen sie dringend Fachkräftenachwuchs. Leider hat die Pandemie nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung zum Erliegen gebracht. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr hat darunter gelitten.“ Angesichts des Lockdowns sei es laut Fink jetzt umso wichtiger, in der Berufsorientierung alle Register zu ziehen. „Wir müssen neue Wege gehen und digitaler werden.“ Die IHK ist für mehr als 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse zuständig und betreut 242 aktive Ausbildungsbetriebe im Landkreis.

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