"Abseits"

Fortschritte und eine vorübergehende Öffnung

Das waren noch Zeiten! Doch sie sollen wieder kommen - das Abseits kämpft um seine Fortexistenz.

„Feiern fürs Abseits“ lautet am kommenden Freitag im Freisinger Lindenkeller  das Motto, und wieder werden finanzielle Tropfen gesammelt, die den heißen Stein lang- und mittelfristig abkühlen sollen. Hintergrund: Der Pachtvertrag des Lokals lief zum Jahresende aus und wurde vom Eigentümer Graf Guy von Moy nicht verlängert - zu viele bauliche Mängel liegen vor. Des Grafen Immobilienfirma will das Gebäude mit Grund veräußern, Angebote liegen vor. Das aber planen die Freunde des „Abseits“ mit aller Macht zu verhindern, würde eine Veräußerung doch das endgültige Aus bedeuten. Im Gegenteil hatte Wirt Michael Eggerstorfer seinerseits geboten, die eine Million Euro seien aber deutlich zu wenig, so die Bewertung. Ein Verein wurde gegründet, der für den Erhalt des weit über Freisings Stadtgrenzen hinaus beliebten Lokals kämpfen und Finanzmittel generieren soll. Der kommt langsam auch weit über „Fundraising“-Parties im Lindenkeller hinaus, wie de Erste Vorsitzende von „abseits e.V.“ Norbert Bürger, berichtet. Der Weg zum Erfolg ist aber noch weit!

„Die Resonanz ist super!“, sagt Norbert Bürger, Vorsitzender des Vereins „abseits e.V.“, der schon nach wenigen Wochen rund 200 Mitglieder, die sich für den Erhalt der Freisinger Kneipe „Abseits“ stark machen, hinter sich weiß. Über Veranstaltungen, Spendenaktionen und neuerdings auch eine Hochglanzbroschüre, die die Motivation und die Hintergründe des Vereins beleuchten, wird Präsenz geschaffen und Aufmerksamkeit erweckt. Und das wiederum lohnt sich, wie Bürger schnell bemerkt hat: „Es tut sich was, und das bemerken die Freisinger. Konkret hat auch Graf von Moy erkannt, dass unser Plan Hand und Fuß hat und hat die Frist, zu der aus der Rettungsaktion Zählbares springen muss, schon bis September verlängert.“ Alle Wirte, die das „Abseits“ in den vergangenen Jahrzehnten betrieben, ziehen mit am immer dicker werdenden Strang. Mittlerweile besteht also ein Konzept für die Erhaltung der Kneipe, der Kulturkatakombe und der Wohnungen. Die Gespräche mit Behörden laufen, um Investitions- und Sanierungsaufwand sowie Fragen zum Denkmalschutz und und zu möglichen Förderungen zu klären. Aktuell wird schon fieberhaft nach Firmen und ehrenamtlichen Helfern für eine Sanierung gesucht. Was fehlt, ist ebenso banal wie fatal: Geld muss her! Und zwar so viel wie möglich und so schnell wie möglich! Über die Kontakt-Mailadresse finanzen@abseits.org können maßgeschneiderte Darlehenspakete für Interessierte geschnürt, die unverbindlich bleiben, aber die Kalkulationssumme für die Aktivisten konkretisieren. Risiko wird es für Investoren - auch Graf Guy von Moy hat seine Spendenbereitschaft schon signalisiert - keines geben, denn „wir werden das Areal nur kaufen, wenn sicher ist, dass wir das nötige Geld garantiert haben und wir die Sanierung beginnen können. Die Absicherung der Menschen, die uns Darlehen geben, ist für uns das Wichtigste“, sagt Bürger, dessen Verein es sogar geschafft hat, als Förderprojekt der Regionalwährung BäRling aufgenommen zu werden. Ein kleiner Prozentsatz geht an ausgesuchte Projekte, und Umtauscher können sich für das Abseits-Projekt entscheiden. Gerade vor dem „Uferlos“-Festival ist dies eine Voraussetzung, die nochmal Geld in die Kasse spülen kann. Und beim Festival wird überdies die Kultkneipe erstmals wieder auferstehen: Im Freisinger Bank-Zelt wid täglich ab 22 Uhr das „Abseits“ fröhliche Urständ feiern: Flinke Hände bauen nach Abschlus des täglich letzten Konzerts das Original-Inventar auf: „Dann eröffnet das Abseits wieder, mit Original-Inventar, Tischen und Flügel. Und es wird auch ein Rahmenprogramm geben wie etwa ein Kickerturnier am Montag oder Karaoke am Mittwoch“, erzählt Norbert Bürger.

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