„Altstadtcafe“

Entsteht neuer Wohnraum im Zentrum?

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Bewegung beim größten Schandfleck in der Moosburger Innenstadt: Der Besitzer vom Stadtcafé hat große Pläne. Zu große, wie sehr viele meinen. Jetzt soll eine neue Planung her. 

Kommt vielleicht doch noch Bewegung in einen der größten Schandflecken der Moosburger Altstadt? Das Altstadtcafé ist seit Jahren ein Ärgernis, und zwar schon seit dem Bau des Feyerabendhauses für die Stadtverwaltung. Das bedeutet: Seit vollen zwölf Jahren schon steht eins der schönsten Stadthäuser ungenützt da. Der Eigentümer hatte mal große Pläne, bis hin zu einem Drogeriemarkt, den die Stadtmitte bis heute nicht hat, nicht zuletzt, weil zumindest vorläufig alle Pläne auf dem ehemaligen Polizeigelände gestoppt zu sein scheinen. Zwölf Jahre Stillstand, zwölf Jahre, in denen der bauliche Zustand des historischen Gebäudes sich nicht gerade gebessert hat und bestenfalls für Hobbyfotografen, die sich mit „lost Places“ befassen, interessant ist, vor allem, wenn sie durch die Löcher in den eingeworfenen Scheiben fotografieren wollen. Vandalismus ist nämlich auch schon nicht mehr zu übersehen. 

Jetzt sind neue und wieder große Pläne aufgetaucht bis hin dazu, dass der Eigentümer das Stadtcafé aufstocken will, aber gleichzeitig verspricht, den Charakter des Gebäudes nicht zu zerstören. Wie das funktionieren soll, ist dabei völlig unklar. Wohnnutzung soll nach den vorliegenden Plänen im Vordergrund stehen, und das dermaßen massiert, dass es Kritik hagelt. Es geht nämlich nicht nur um das Stadtcafé selbst, sondern um den ganzen angrenzenden Bereich bis zur Rentamtstraße, und diese Bebauung soll derart massiv werden, das nicht nur einigen Stadträten das Grausen kommt, sondern auch der Kreisbaumeisterin. Der kleinteilige Charakter der Moosburger Altstadt gerate hier in Gefahr, so die Meinung vieler. Der Punkt wurde von der Tagesordnung des Rates abgesetzt. Wie zu erfahren war soll eine neue Planung vorgelegt werden. Bei dem bisherigen Tempo kann das dauern.

Der Investor denkt unter anderem an ein Ärztehaus, aber eine Stellungnahme der kassenärztlichen Vereinigung, ob das überhaupt was werden kann, steht aus. Zunächst müsste aber die Abrissbirne her, und so verrückt es klingt: Die Gaststätte „beim Gahmann“, die mit einem enormen öffentlichen Aufwand eröffnet, dann aber bald wieder dicht gemacht hat, wird den Plänen zufolge genau so abgerisssen wie alle anderen Gebäude hinter dem „Stadtcafé“ auch. Der offene Platz, wo aktuell die als Wirtschaft genutzte Holzhütte steht, würde ebenfalls verschwinden und komplett überbaut. Es ergäbe sich ein Riegel die gesamte Georg-Hummel-Straße hinunter und weiter in die Rentamtstraße hinein mit 42 Wohnungen, angeblich auch betreutem Wohnen, und alle erforderlichen Stellplätze sollen über eine Tiefgarage nachgewiesen werden, die bei dieser Wohnungszahl eine beträchtliche Größe und damit auch Preisklasse hätte. Bei der ganzen Kritik an der geplanten Gebäudehöhe des dann drastisch veränderten „Stadtcafé“ hat der Eigentümer allerdings ein gewichtiges Argument: Das historische Gebäude ist das niedrigste weit und breit. Feyerabendhaus, Modehaus, Sparkasse, alle sind teilweise deutlich größer.

Quelle: freising-online

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