Neues Asylbewerberheim in Moosburg

Luxus sieht anders aus!

Laubengänge erschließen die Wohneinheiten in der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Moosburger Neustadt. Sie müssen nicht mit beheizt werden, sind also sehr wirtschaftlich.

Auf großes Interesse stießen die Neubauten für Flüchtlinge in der Moosburger Neustadt. 152 Menschen können hier einziehen. Wann sie kommen, ist noch völlig offen, genau wie die Frage der Sozialberatung.

Bürgermeisterin Anita Meinelt schaute sich um, und dann kam die Frage aller Fragen: „Jetzt mal ehrlich! Wer möchte hier wohnen?“ Zwei Stahlrohrgestellbetten, zwei schmale Spinde aus Stahl, kleiner als bei der Bundeswehr zu Zeiten des kalten Krieges, ein kleiner Tisch, zwei Stühle. Und das war’s. So sehen die Zweibettzimmer in der neuen Unterkunft in der Moosburger Neustadt aus, und so werden bis zu 152 Menschen leben, die eben nicht gefragt werden, wo sie leben wollen. Es werden Menschen sein, die froh sein dürfen, dass sie überhaupt leben dürfen, und die darum keine Ansprüche stellen sollten. Luxus ist anders, und davon konnten sich die vielen Moosburger, die die Möglichkeit zur Besichtigung am vergangenen Freitag nutzten, überzeugen. Wann die Menschen dort einziehen ist noch völlig offen. Erstens ist die Brandschutzabnahme noch nicht erfolgt. Das kam ganz schnell heraus. Die Telefonleitungen liegen noch nicht, und auch etwa die Gemeinschaftsräume – einer für jedes der vier Häuser – sind noch nicht möbliert. Jeweils zwei Zimmer mit je zwei Betten teilen sich eine kleine Küche mit einem kleinen Kühlschrank. Das macht das Konzept flexibel: Zieht eine Familie ein steht ihr eine entsprechend große abgeschlossene Einheit zur Verfügung. Erschlossen werden diese Einheiten durch einen gedeckten Laubengang von außen. Das vermeidet teure Verkehrsflächen im Innern der Gebäude. Die Besucher hatten natürlich auch Fragen. Eine davon war, wie das Gebäude gegen Brandanschläge geschützt wird. Zwei Tage vor Start des AFD-Parteitags war das Thema natürlich nicht zu vermeiden. Für die Bürgermeistern war das Thema „Sozialberatung“ zentral. Ihr lagen die Ehrenamtlichen am Herzen, die nicht noch mehr belastet werden dürften. Mehrmals betonte sie, dass das Haus nicht belegt werden dürfe, solange diese Frage nicht geklärt ist. Eine Zusage, was das angeht, erhielt sie aber nicht. Sie konnte auch keine bekommen, denn auch der Unterkunftskoordinator Stephan Hoff ist für diesen Bereich der Arbeit mit Flüchtlingen nicht zuständig. Die Verwaltung des Gebäudes übernimmt European Homecare mit Sitz in Essen, eine Gesellschaft, die 100 Häuser deutschlandweit betreut, wie Pressesprecherin Kathrin Schmitz gegenüber Medienvertretern berichtete. Sie stellte auch Gabriele Stengl vor, die das Haus leiten wird. Auftraggeber für diese Gesellschaft ist die Regierung von Oberbayern, die das Haus letztlich betreibt. Aber auch dessen Vertreter Stephan Hoff konnte keine Angaben darüber machen, wann die ersten Flüchtlinge einziehen werden und welche Menschen das sein werden. Am Rand der Besichtigung entwickelten sich engagierte Debatten über die Lage, an der sich natürlich auch Reinhard Kastorff, und Erwin Girbinger vom Helferkreis beteiligten. Auch hier war die Gefahr von Rechts eins der beherrschenden Themen.

Auch interessant:

Meistgelesen

1200 Jahre Nandlstadt
Freising
1200 Jahre Nandlstadt
1200 Jahre Nandlstadt
„Herbstgeschichten”
Freising
„Herbstgeschichten”
„Herbstgeschichten”
"Einer kommt sogar jeden Tag"
Freising
"Einer kommt sogar jeden Tag"
"Einer kommt sogar jeden Tag"
Feuerhex
Feuerhex

Kommentare