„Bavarian Bats“: Beste Verwendung für das hohe Preisgeld

Kaum vorstellbar, doch es funktioniert: Auch Blinde sind in der Lage, Baseball zu spielen.

(dj)

· Denn allein die Idee, dass Blindenbaseball möglich sein müsse, reicht ja nicht, um diese Sportart zu installieren. Dafür bedarf es auch Blinder. Als die ersten Aufrufe Franz Fischers Erfolge nach sich zogen, rekrutierten immer mehr Teilnehmer am Testballon sehbehinderte Baseballer. Anfänger durch die Bank. Mittlerweile besteht „Baseball für Blinde“ in Freising aus zwölf regelmäßigen Teilnehmern aus ganz Bayern. In Ermangelung gegnerischer Mannschaften ist bislang nicht mehr möglich als ein Training einmal im Monat, zu dem die Sportler aus den verschiedenen Himmelsrichtungen nach Attaching anreisen. Weil es in Deutschland noch kein vergeichbares Projekt gibt, sagt Frischer auch scherzhaft: „Wir sind eigentlich Deutscher Meister und Pokalsieger - schließlich kann uns keiner schlagen.“ Wie bei allen Ballspielen für Blinde wird auch beim „Beep Baseball“ der Ball akustisch geortet, aber auch die Base, auf die der Schlagmann hinrennen muss, gibt Töne von sich. Und schon ist die Aufgabe nicht mehr „unlösbar“. Bei den resultierenden Spielzügen werden die blinden Sportler natürlich von sehenden Assistenten unterstützt. Mittlerweile wird in Attaching das „italienische“ Modell gespielt, Hierbei klingelt der Spielball, begonnen hatte Fischer mit Beepbaseball, bei dem der Ball im Flug elektronisch surrt. Doch das Spielgerät ist zu schwer, weshalb Fischer auch beim Versuch, Schüler aus der Unterschleißheimer Edith-Stein-Schule für Sehbehinderte für eine Teilnahme zu gewinnen, scheiterte: „Die Lehrerin sagte, beim Gewicht des Balls hätte das für die Kinder keinen Sinn.“ Da der italienische Baseballverband weltweit eine Vorbildstellung einnimmt, wurde er auf Fischers Aktivitäten aufmerksam und schickte zwei Coaches nach Freising, die die Begeisterung für den klingelnden Ball weckten. Heuer noch soll ein weiterer Versuch bei den blinden Schülern, sie für die italienische Variante zu begeistern, folgen. Und ein echtes Großereignis, so Fischers Plan, soll im Jahr 2011 auf dem Gelände der Freising Grizzlies stattfinden: „Was das sein wird, kann ich noch nicht sagen“, gibt sich Fischer geheimnisvoll. Was allerdings klar ist, dass die Gewinnsumme von 5000 Euro in dieses Projekt fließen soll. Beim bundesweiten Wettbewerb „Mission Olympic“ wurde Franz Fischers „Blindenbaseball“ zur „Initiative des Jahres“ gewählt. Das Preisgeld wird von Coca-Cola gesponsert: „Das Projekt ‘Beepbaseball’ zeigt, dass das sportliche Engagement vieler Einzelner die Möglichkeit eröffnet, soziale Barrieren zu überwinden und anspruchsvolle Sportarten für Menschen mit einer Sehbehinderung zugänglich zu machen. Sport und Bewegung tragen so auch maßgeblich zur Integration verschiedener gesellschaftlicher Gruppen bei“, so Uwe Kleinert, Leiter Corporate Responsibilty ( Sustainability von Coca Cola Deutschland und Jurymitglied von Mission Olympic.

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