Ein Eldorado für Insekten

Blühwiesen: Hier kreucht und fleucht es aber...

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Unser Foto zeigt v.l. Walter Bott, Vorsitzender Jagdschutz- und Jägerverein Freising; Helmut Eberlein, Jäger; Josef Petz, Jagdpächter und Grundstückseigentümer und Anton Euringer, ehemaliger Leiter Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Erding.

Josef Petz besitzt nicht nur ein Hotel in der Alten Poststraße in Freising, sondern er ist auch Eigentümer eines gut 3,5 Hektar großen Grundstückes in der Nähe von Altenhausen. Als passionierter Jäger und Jagdpächter kann er sich mit den überwiegend mit Monokulturen bepflanzten landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht anfreunden und hat deswegen sein Grundstück bei Altenhausen zur Blühwiese umfunktioniert.

„In den Monokulturen findet man kaum Leben, während sich in den Blühwiesen Unsummen von Insektenarten tummeln“ betont Anton Euringer, der frühere Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Erding, bei einem Ortstermin am vergangenen Mittwoch.

Diese Menge an verschiedenen Insekten sei die Basis für weitere Lebensräume, wie beispielsweise insektenfressende Vögel, und damit die Grundlage für einen Artenreichtum, wie man ihn nur noch sehr selten antreffe. Und tatsächlich konnten sich die Beteiligten beim Ortstermin davon überzeugen, was da alles umherschwirrt: Verschiedene Mückenarten, Bienen und sogar der in unseren Breiten recht selten gewordene Bläuling.

Sogar Rebhühner habe er in seiner Wiese wiederentdeckt, ergänzt Josef Petz. Für ihn als Jäger hat die Blühwiese noch einen weiteren Vorteil, weil sie von jagdbaren Vögeln und anderem Niederwild als Deckungsfläche genützt wird. Petz und Euringer machen beim Ortstermin auch darauf aufmerksam, dass man bei den Blühwiesen zwischen einer einjährigen und einer mehrjährigen Bepflanzung unterscheidet, wobei beide die mehrjährige Bepflanzung bevorzugen, weil bei der einjährigen Bepflanzung die Vielfalt der Pflanzen nachlässt.

Es scheitert oft am lieben Geld

Bei der mehrjährigen Bepflanzung hingegen erneuert sich der Bewuchs von selbst. Darüber hinaus haben auch andere Pflanzen, wie beispielsweise Wildkräuter, eine Chance sich anzusiedeln.

Die Bemühungen von Josef Petz, auch andere Grundstücksbesitzer von seiner Idee der Blühwiesen und der daraus resultierenden Artenvielfalt zu überzeugen, scheitert leider zu oft am lieben Geld.

„Eine gute Samenmischung kostet pro Kilogramm bis zu 800 Euro“, erklärt er, und auch für Landwirte, die eine Blühwiese anlegen wollen, sind die finanziellen Folgen trotz staatlicher Förderung oft zu hoch: „Pro Hektar Fläche muss man mit einem Verlust von 1000 Euro im Jahr rechnen“.

Und noch ein Problem trägt Petz vor: „Bei dem Schnittgut der Blühwiese handelt es sich eigentlich um wertvolle Biomasse, aber die Betreiber von Biogasanlagen sind daran leider nicht interessiert“.

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