Reinhard Seibolds neuer Streich

Presssack geht ganz gut mit Olive

Presssack und Olive? Dass das nur auf den ersten Blick nicht zusammen passt, beweist Reinhard Seibold! Und zwar nicht kulinarisch, sondern literarisch: Er hat sein Theaterstück „Tutto Bene“, in dem der leicht überforderte Bene auf große Fahrt gen Süden geht, nun als Buch veröffentlicht.

Reinhard Seibold lebt in der ländlichen Umgebung von Freising. Er ist dort bekannt als Theaterbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kabarettist. Seit 1996 schreibt er für seine Theatergruppe Haager Komödienbrettl die Stücke. Diese sind verlegt beim MundArt-Verlag in Aßling. Sie werden von Bühnen in Deutschland, Österreich und Südtirol gespielt. Sein erfolgreichstes Theater- und Filmprojekt „Tutto Bene“ hat er nun im Roman „Presssack und Olive“ verarbeitet. Reinhard Seibold ist ein Verfechter des Dialekts, insbesondere der bayerischen Mundart. In seinen Stücken geht es nicht um Verherrlichung dümmlicher Alpen- und Bauernklischees, sondern um die Darstellung aktueller Themen wie etwa Windkraft, Zukunftsangst oder Pflegeproblematik, die er auf humorige und hintergründige Art in seinen Komödien verpackt. 

Motivation für das Buch

 Im Fernsehen, in Filmen und vor allem in Büchern werden heute Geschichten vorwiegend als Krimis präsentiert. Es gibt kaum noch Städte oder Orte, an denen keine Soko oder ein verschrobene Kommissar tätig sind. Offensichtlich muss heute alles in diesem Milieu spielen. Möglichst mit Leichen gepflastert. „Preßsack und Olive“ soll zeigen, dass Geschichten auch dann witzig, hintergründig und spannend sein können, wenn sie in ein anderes Genre verpackt werden und zwar mit authentischen und charaktervollen Typen. Sein Erstlingswerk als Roman handelt  von der Engstirnigkeit der Menschen, die das „Ausländische“ nicht an sich heranlassen, wenn es ihnen in ihrer eigenen Umgebung begegnet. Ganz anders sieht das offensichtlich aus, wenn sie selbst in das „Ausländische“ hineingeworfen werden und sie es dann nicht nur durch das Hörensagen aufnehmen, sondern mit allen fünf Sinnen. Auch solche Themen lassen sich durchaus humorig, witzig und spannend aufarbeiten.

Fahrt nach Italien 

Dem Roman liegt das Theaterstück „Tutto“ Bene zu Grunde, das vom Haager Komödienbrettl 2013 und 2014 sehr erfolgreich aufgeführt wurde. Dabei wurden zwei Akte live auf der Bühne gespielt und der zweite Akt als Spielfilm gezeigt. Für diesen Film fuhr die Gruppe mit rund 50 Personen eine Woche nach Moneglia/Ligurien und drehte unter professionellen Bedingungen, auch unter Einbeziehung der dortigen Bevölkerung. 

Zusammenfassung der Geschichte 

In dem äußerst witzigen und zugleich berührenden Roman geht es um Bene, einen engstirnigen Eigenbrötler, der noch nie aus seinem Bayern hinausgekommen ist. Mit anders als bayerisch sprechenden Menschen hat er so gar nichts am Hut. Seit ihn seine Vroni vor acht Jahren verlassen hat, fristet er ein griesgrämiges Leben in einem kleinen Dorf. Er ernährt sich einseitig mit Weißwürsten, Presssack und Brezeln. Auf Initiative der Dorfwirtin Anne, die erkennt, dass Bene eine geistige, eine körperliche und eine soziale Herausforderung brauche, wenn er nicht ganz versauern will, schicken ihn seine Wirtshauskumpanen mit Hilfe eines hinterfotzigen Kartenspielertricks auf eine Busreise nach Ligurien, die sein Leben und vor allem seine Einstellung komplett verändern wird. Maßgeblich beteiligt an diesen Veränderungen ist zum einen Valentina. Sie bringt Bene nicht nur die Schönheit und die Leichtigkeit Liguriens näher, sondern auch die Vielfalt der Speisekarte. Die beginnende Liebe der beiden droht allerdings an deren Sturheit zu scheitern, denn beide halten ihre Heimat für die schönste der Welt. Wie soll so eine gemeinsame Zukunft aussehen? Aber auch der zehnjährige Paul findet schnell Zugang zu dem Urbayer Bene, obwohl er zum Verdruss seiner Eltern nur hochdeutsch spricht. Das Buch gibt es vorrätig bei Pustet Freising und in Barbaras Bücherstube in Moosburg, kann aber auch in jedem anderen Bücherladen bestellt werden sowie bei Amazon oder Lovelybooks.

Quelle: freising-online

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