„Da schau her!“

Thomas‘ Hommage ans Karlwirtviertel

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Peter Thomas hat sein viertes Buch wieder im Eigenverlag veröffentlicht.

Nach der Buchvorstellung von „Ja da schau her!“ sah sich Peter Thomas (Foto) in seiner Intention, dieses Buch herauszubringen, bestätigt: „Und wo geh ma jetzt noch hin?“ stellte sich die Frage, wo der Abend jetzt noch ausklingen könnte. Im Zentrum seines neuen Werk steht eine Freisinger Traditionswirtschaft, der Karlwirt. Den gibt‘s nicht mehr, und damit ist auch ein gehöriges Stück bayerischer Kultur in der Domstadt verloren gegangen.

„Wer keine Fragen stellt, bekommt keine Antworten - und deshalb frage ich nach!“ Von Peter Thomas, dem „Waisenhausbäderl“, gibt es ein neues Buch. In „Ja, da schau her!“ hat er so einige Fragen gestellt und Nachforschungen betrieben, um die besten Geschichten rund um den Karlwirt aufzugabeln. Den Spaß, den er hatte, erwähnt er dabei nur zu gern. Schließlich handelt es sich beim „Karlwirtviertel“ um seine Heimat. Alles was er darüber noch nicht wusste, hat er sich erzählen lassen. Von Augenzeugen: „Manche Menschen kenne ich vom Sehen seit bestimmt fünfzig Jahren. Wir haben uns nie unterhalten, aber als ich sie auf die alten Geschichten angesprochen habe, war es, als würden wir uns schon ewig kennen. Das waren die schönsten Arbeiten, die ich für mein Buch gemacht habe“, so Peter Thomas. Noch nie habe er so begeistert mit den Menschen des Ortes zusammengearbeitet.

Daher prägen sein Schriftwerk eben diese Geschichten. Gerüchte und Getuschel sind dabei genauso wichtig wie die akribische Archivarbeit. Aber bei der ganzen Unterhaltung soll die ernste Absicht nicht vergessen bleiben. Er bedauert die vielen Wirtschaften in der Innenstadt, die mittlerweile nicht mehr existieren. Insbesondere der Karlwirt als Beispiel dafür, wie eine Wirtschaft das ganze Viertel prägen kann. Die Gesellschaft hat sich verändert, stellt er fest. Natürlich nicht nur in Freising. „Hier entstand ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das soziale Leben fand Raum. Man kannte sich einfach und saß gemütlich zusammen, nicht nur an den Wochenenden. Als einer der Anlaufpunkte in Freising mit Charme war der Karlwirt bekannt“, schwelgt der Autor in Erinnerung. Vieles vom früheren Viertel ist mittlerweile dem Verkehr, neuen Geschäften und schmucklosen Bauten gewichen, der Wirt schloss aus gesundheitlichen Gründen seine Wirtschaft. Peter Thomas sorgt sich um das bayrische Kulturgut, das nicht ohne die Gesellschaftstreffpunkte sein kann. 

Nicht selten schließen Läden in der Innenstadt, weil sich der Umbau zu Wohnungen mehr rentiert. Der Inhaberwechsel einer Wirtschaft ist immer mit Neuinvestitionen verbunden, wegen des Gästeschwunds lohnen sich kleine Gaststätten kaum. Wirklich traditionelle Küche ist neben dem großen internationalen Angebot nämlich kaum zu finden. Der Bedarf sei ja da, sagt Thomas und erinnert an seine Buchpräsentation, als er mit Freunden gern noch einen Absacker genommen hätte. Und doch fand er keine passende bayerische Wirtschaft. Mit seinen Anekdoten versucht er, Dinge anzusprechen, an die sich sonst keiner traut. Dabei geht es um seltsame Hobbies, die ans Tageslicht kamen oder Geschichten aus der Kirche, bei denen ein Vertuschungsversuch zwecklos blieb. Ein Lesebuch direkt aus dem Ort, das den Lebensgeist alter Tage an die junge Generation weitergeben soll. 

Und damit hat Peter Thomas etwas entdeckt, was es in Freising bis jetzt noch nicht gab. 250 Auflagen hat sein Buch, ein Nachdruck ist schon beantragt. Kein Wunder, wenn der Autor gefragt wird: „Ich bin begeistert von diesem Buch!“, sagt er. „Ja da schau her!“ ist in allen Freisinger Buchhandlungen erhältlich.

Quelle: freising-online

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