Beratungsstelle für psychische Gesundheit

Caritas-Zentrum Freising: Da hilft nur Kreativität!

Ausschließlich mit Spuckschutz kann aktuell im Freisinger Caritas-Zentrum Kundenkontakt stattfinden.

Die grassierende Corona-Pandemie erschwerte für das Freisinger Caritas-Zentrum die Arbeit ganz enorm und forderte die Mitarbeiter, mit kreativen Lösungen: Frau Meier (Name geändert), 78 Jahre, hält erfreut einen Brief in der Hand. Darin enthalten sind Denksportaufgaben wie Silbenrätsel oder Sudokus, Liedtexte und Gedichte. Natürlich fehlt auch ein persönliches Anschreiben nicht.

Absender ist die Beratungsstelle für psychische Gesundheit im Alter des Caritas-Zentrums Freising. Im März 2020 hat sich das Coronavirus im Landkreis Freising verbreitet, viele Einschränkungen und Schließungen waren die Folge. Das hatte natürlich auch spürbare Auswirkungen auf das Arbeiten im Caritas-Zentrum Freising. Frau Meier ist in der Beratungsstelle für psychische Gesundheit im Alter angebunden. Wäre nicht Corona, würde sie an Gruppen teilnehmen; doch das war lange Zeit nicht möglich.

Mit Abstand - Nah am Nächsten

Die Mitarbeiter der Caritas-Beratungsstelle Freising haben kreative Wege gefunden, trotz Kontaktschwierigkeiten wegen der Corona-Pandemie mit ihre Klienten Kontakt zu halten: Regelmäßig schickten sie Briefe und boten somit Struktur, Kontaktpflege und Unterhaltung. Der Mangel an persönlichen Kontakten war nur eine Folge der Pandemie.

In der sozialen Beratung ist ein sehr deutlicher Anstieg an Anfragen zu verzeichnen; Corona bringt leider viele Menschen in existentielle Notlagen – darunter sind sehr viele Menschen, die bislang nicht auf Hilfesysteme angewiesen waren. Die Caritas rechnet damit, dass sie coronabedingte Hilfegesuche noch über viele, viele Monate begleiten werden und auch der Beratungsbedarf in der Schuldner- und Insolvenzberatung stark ansteigen wird. Bereits zu Beginn der Corona-Situation wurde eine Hotline für allgemeine Fragen, sowie ein Familienkrisentelefon eingerichtet.

Helfen Sie helfen - jeder Euro trägt dazu bei, die Not zu mildern. Spenden Sie bei der Caritas-Herbstsammlung.

Die Arbeit in allen Beratungsdiensten des Caritas-Zentrums ging ununterbrochen weiter – aber in veränderter Form: Die Mitarbeitenden standen den Klienten telefonisch und/oder per Email mit Rat und Tat zur Seite, die Onlineberatung wurde ausgebaut. Für Personen, die einer Risikogruppe angehören, hatten man einen Einkaufsservice etabliert. Um möglichst vielen Menschen in dieser Notsituation unterstützen zu können, wurde ein Corona-Hilfsfonds eingerichtet. In den Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieben veränderte sich die Arbeit durch den allgemeinen Shutdown und die damit verbundene Schließung am Stärksten.

Im Gebrauchtwarenkaufhaus Rentabel wurde eine Maskenwerkstatt ins Leben gerufen. Viele fleißige Hände haben bis zur Wiedereröffnung des Kaufhauses hunderte von Mund-Nasen-Bedeckungen geschneidert. Durch die Schließung der Tafel in Freising veranlasst, wurde im Buchcafé Etappe eine Lebensmittelausgabe für Menschen in Not aufgebaut. Diese wurde im gesamten Zeitraum, in der die Tafel geschlossen hatte, betrieben und sehr gut angenommen.

Nach wie vor sehr große Herausforderungen

Die Logistik des Kaufhauses Rentabel war für Lebensmittelspenden-Akquise und Abholung der gespendeten Lebensmittel zuständig, Mitarbeitende der Etappe für das Packen und Verteilen der Lebensmittelpakete. Um die Infektionsgefährdung so gering wie möglich zu halten, erfolgte das Verteilen der Lebensmittel nach Terminvergabe. So gab es keine Menschenansammlungen in Warteschlangen.

Die Räumlichkeiten des Caritas-Zentrums wurden mit diversen Hygieneartikeln wie Desinfektionsmittelspendern, Trennwänden aus Plexiglas („Spuckschutz“) und Abstandsmarkierungen ausgestattet, wodurch die Wiederaufnahme persönlicher Beratungen möglich war. Um auch hier Ansammlungen im Wartebereich zu vermeiden, erfolgt jede persönliche Beratung mit Termin.

Mit all diesen Maßnahmen ist man bisher gut durch die Krise gekommen, konnte Klienten begleiten und auf neu entstandene Notlagen unbürokratisch und schnell reagieren. Das Caritas-Zentrum steht nach wie vor vor sehr großen Herausforderungen. Eine angespannte finanzielle Lage und mangelnde Finanzierung bestimmter Dienste erschweren das Wirken vor Ort.

Quelle: freising-online

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