Pressekonferenz  Freising

Corona-Virus: 250 Personen im Landkreis bereits genesen

Deutliche Worte sprach Freisings Polizeichef Ernst Neuner, bei der Pressekonferenz, nachdem die Zahl der Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen im Landkreis zuletzt stark anstieg: „Wir werden verstärkt kontrollieren. Wir werden auch verstärkt zur Anzeige bringen.“

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Landkreis steigen weiter an. Wie Dr. Kathrin Mariß-Heinrich, die neue Leiterin des Freisinger Gesundheitsamtes und die am Mittwoch ihren Dienst im Freisinger Landratsamt angetreten hat, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag berichtet hat, ist die Zahl der positiv Getesteten auf insgesamt 581 Fälle angestiegen.

Freising-  Damit ist die Zahl gegenüber der Vorwoche um 59 Fälle gestiegen. Allerdings gibt es auch schon gute Nachrichten, denn 250 positiv getestete Personen sind in der Zwischenzeit wieder genesen. Bisher gibt es im Landkreis zehn Todesfälle, wobei nicht alle unmittelbar mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden können.

Allen Verstorbenen ist aber gemeinsam, dass sie schon relativ alt waren und Vorerkrankungen hatten. Vom Gesundheitsamt wurden bisher bei rund 700 Personen und im Zollinger Drive-In bei 600 Personen Abstriche genommen. „Insgesamt“, so das Resümee von Mariß-Heinrich, „hat sich die Kurve der Neuinfizierten verlangsamt und es gibt immer weniger Kontaktpersonen“. 

Klinikum Freising: Ausreichend vorgearbeitet

Im Klinikum Freising werden nach Auskunft von Dr. Markus Neumaier, dem Ärztlichen Leiter, zurzeit 67 Patienten stationär behandelt; dreizehn davon auf der Intensivstation, wovon wiederum elf Patienten künstlich beatmet werden müssen. Das Klinikpersonal ist seiner Auskunft nach „deutlich belastet, aber weiterhin hochmotiviert“. „Unter dem Personal gibt es keinen erhöhten Krankenstand und nur ein Mitarbeiter ist positiv auf den Coronavirus getestet worden“, so Neumaier weiter. 

Die neue Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Kathrin Mariß-Heinrich gemeinsam mit Landrat Hauner.

Bei den Schutzausrüstungen gebe es je nach Artikel noch einen Bestand von ein bis vier Wochen, wobei man „ständig auf der Suche sei“ und dies eine „permanente Herausforderung“ darstelle. Hier ergänzte Landrat Josef Hauner, dass man ohne eigene Initiativen nicht in der Lage gewesen sei, alle Beteiligten zu versorgen. „Hätten wir nicht die Initiative ergriffen und rechtzeitig Schutzausrüstungen geordert, wäre das Klinikum heute nicht in der Lage, die mit dem Virus erkrankten Patienten zu versorgen“, betonte er. Neumeier sieht die Lage weiterhin für sehr ernst und seiner Auffassung nach spitz sich die Lage immer mehr zu. Trotzdem ist er froh, dass das Klinikum noch im Laufe dieser Woche drei weitere Beatmungsgeräte erhalten soll.

 „Weiter zwei sind für die kommende Woche angekündigt, und darüber hinaus sind auch weitere Geräte zugesagt“, so Neumaier weiter. Laut Georg Miedl, dem Vorsitzenden des Ärztlichen Kreisverbandes, können die niedergelassenen Ärzte im Landkreis auch Dank der vom Landratsamt zugewiesenen Schutzausrüstungen weiterarbeiten. „Keine Praxis ist wegen dem Coronavirus geschlossen“, betont er. 

Coronavirus: Ambulante Patientenversorgung ist möglich

Um die Versorgung der ambulanten Patienten besser organisieren zu können, sei vom Bayerischen Innen- und Gesundheitsminister der Einsatz eines Versorgungsarztes angewiesen worden. Für den Landkreis hat diese Aufgabe Dr. Marco Bardenheuer, der bei der Pressekonferenz anwesend war, übernommen. 

Eine zusätzliche Entlastung verspricht sich Miedl auch durch den „wiedergenesen Lungenarzt Dr. Markus Herden“ und deshalb wieder vermehrt Corona-Sprechstunden anbieten könne, so Miedl weiter. Für den Fall eines vermehrt auftretenden Patientenaufkommens, der die Kapazitäten des Klinikums sprengen würde, hat man sich beim Landratsamt Gedanken darübergemacht, zwei Freisinger Hotels anzumieten, die kurzfristig zu Hilfskrankenhäusern umfunktioniert werden können, in denen leichtere Fälle medizinisch betreut werden könnten. 

„Diese beiden Hotels könnten innerhalb von 48 Stunden verfügbar sein“, betonte Karoline Schatz vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Sie berichtete weiter, dass die Hilfsbereitschaft innerhalb der Bevölkerung sehr groß ist und sich beispielsweise 630 Landkreisbewohner zum Nähen von einfachem Mundschutz gemeldet haben. Und auch Rückmeldungen von geeigneten medizinischen Hilfskräften seien so groß, dass man in der Lage sei, notfalls einen entsprechenden Personalpool zu bilden. Diszipliniert verhält sich laut Ernst Neuner, dem Leiter der Freisinger Polizeiinspektion, auch die Masse der Landkreisbevölkerung. 

Trotzdem habe es in der vergangenen Woche vor allem wegen des schönen Wetters 122 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung gegeben, wovon 95 zu einer Anzeige führten. „Wir werden weiterhin verstärkte Kontrollen durchführen und auch keine Ausreden mehr gelten lassen“, betonte er. Um auch eine wirksame Abschreckung vor weiteren Verstößen zu erzielen, hofft er, dass die Anzeigen vom Ordnungsamt auch schnell bearbeitet werden und die vorgesehenen Geldbußen von 250 Euro pro Fall vollzogen werden.

Aufruf an Landkreisbürger mit medizinischer oder pflegerischer Erfahrung

Der Landkreis Freising ruft alle Bürger auf, die über medizinische oder pflegerische Erfahrung verfügen, mit ihren Kenntnissen in der Corona-Krise Unterstützung zu leisten und sich deshalb beim Landratsamt zu melden.

Der Aufruf richtet sich unter anderem an Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Medizinstudenten, Medizinisch-technische Assistenten und Medizinische Fachangestellte, die derzeit nicht in diesem Beruf arbeiten, volljährig sind und keiner Risikogruppe angehören. Ebenso wird die Erfahrung von Ortshelferinnen und Bürgerinnen und Bürgern, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst im medizinischen oder pflegerischen Bereich absolviert haben, gebraucht. Die regionalen Einsatzbereiche reichen von verschiedenen Pflegeeinrichtungen bis zum Klinikum, der Einsatz ist jeweils abhängig von der Qualifikation.

Wer seine Mithilfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie anbieten kann, wird gebeten, sich bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamtes zu melden. Der Kontakt läuft über lagezentrum@kreis-fs.de. Die erfassten personenbezogenen Daten werden ausschließlich für den Einsatz in der Corona-Krise verwendet.

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