Mibikids

Erstmals wird ein Defizit bilanziert

+
Samuel Fosso hat mit den MiBiKids viel vor - aber auch viel zu tun. 

Samuel Fosso, der Vorsitzende des MiBiKids (Migration-Bildung-Kinder) hat bei der Mitgliederversammlung über die Aktivitäten des vergangenen Jahres 2018 berichtet und Ausblicke für das laufende Jahr 2019 gegeben. Aktuell beträgt die Mitgliederzahl des Vereins 149; an den Deutschförderkursen nehmen 220 Kinder und 9 Mütter teil. Die Kooperation mit Kindergärten, Schulen, diversen Organisationen und öffentlichen Institutionen sei sehr gut gewesen, der Verein im Landkreis Freising gut vernetzt.

„Diese Akzeptanz bestätigt uns in unserem Vorhaben, Migrantenkinder und ihre Eltern weiter zu unterstützen“ sagte Fosso. Dass ständig neue Anmeldungen eintreffen, überrasche ihn nicht, denn diese Form der außerschulischen Deutschförderung sei weiterhin einzigartig im Landkreis. „Als Reaktion auf die große Nachfrage haben wir in den acht Jahren seit der Gründung das Angebot stetig erweitert, an mittlerweile sechs Standorten im Landkreis. Das stellt uns als Verein natürlich vor große Herausforderungen.“, sagte Fosso in seinem Bericht. Im laufenden Schuljahr sind zwölf Gruppen in Neufahrn, 27 in Freising, elf in Moosburg, eine in Hörgertshausen, fünf in Nandlstadt und erstmals auch vier Gruppen in Hallbergmoos eingerichtet worden. Die Teilnehmer stammen aus 43 Nationen. Insgesamt betreuen 43 ehrenamtliche Gruppenleiter die Kurse und leisteten 2018 etwa 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. 

Der Verein sucht weiterhin nach neuen Gruppenleiter für alle Standorte. Im Jahr 2018 lagen die Gesamtkosten für die MiBiKids-Deutschförderung bei jährlich 224 Euro pro Teilnehmer und summierten sich auf 47924 Euro. Insgesamt wurden 36944 Euro eingenommen, damit waren in der Gesamtbilanz die Ausgaben erstmals größer als die Einnahmen. Für die Zukunft arbeitet der Verein weiter an einer Konsolidierung der Einnahmen. Ein Etappenziel könnte schon 2019 erreicht werden. So wie schon die Gemeinde Neufahrn und die Stadt Moosburg, haben erfreulicherweise auch Hallbergmoos und die Stadt Freising beschlossen, MiBiKids finanziell durch die Bereitstellung eines Defizitausgleichs aus dem Haushalt zu unterstützen. Dadurch wären dieses Jahr selbst bei ausbleibenden Spenden etwa 25% der Kosten durch öffentliche Gelder abgesichert. Einen herzlichen Dank attestierte Fosso im Auftrag des MiBiKids-Vorstandes allen Unterstützer*innen. 

Darunter sind die Schulen, die die Räume kostenfrei zur Verfügung stellen, Firmen, Stiftungen und Vereine aus der Region, aber auch viele private Spender, deren Anteil an den gesamten Spenden 2018 immerhin 30 Prozent betrug. Wichtig ist dem Verein absolute Transparenz bei der Verwendung der Spenden und der öffentlichen Gelder. So bekommen alle Unterstützer*innen und Mitglieder jährlich eine detaillierte Auflistung der Ausgaben. Obwohl schon viele der Gruppenleiter*innen auf ihre Aufwandsentschädigung verzichten, wird mit 56 Prozent der Großteil der Einnahmen für die Gruppenstunden selbst verwendet (Material, Aufwandsentschädigungen). Gefolgt wird dieser Kostenpunkt von den Personalkosten für die Einstellung einer Teilzeitkraft für die Verwaltung (26 Prozent der Gesamtkosten) und der Miete für den Vereinsraum (3300 Euro, sieben Prozent).

Im Jahr 2019 rechnet der Verein mit Ausgaben in Höhe von 55646 Euro. Und Visionen für die Zukunft? „Es wäre schön, wenn wir die Förderung bei den Vorschulkindern und den Viertklässlern intensivieren und wenigstens zwei Stunden pro Woche anbieten könnten. Aber ohne eine Konsolidierung der Finanzierung und mehr Räume für die Gruppenstunden können wir uns das nicht leisten“- blickt Samuel Fosso realistisch in die Zukunft und wirbt um weitere Unterstützung.

Quelle: freising-online

Auch interessant:

Meistgelesen

Echt. Schön. Freising!
Echt. Schön. Freising!
Griechenland trifft auf die Bayern
Griechenland trifft auf die Bayern
Der Geist lebt weiter!
Der Geist lebt weiter!

Kommentare