Dorfladen

Zwei Mädels und ein  kühner Plan

Wollen einen Dorfladen für Sixthaselbach: Sophie Kalka (rechts) und Lili Fischer. Jetzt suchen sie Unterstützer.

Was sich die beiden Schülerinnen Sophie Kalka und Lili Fischer da vorgenommen haben ist gewaltig: Sie wollen in ihrem Heimatdorf, dem Wanger Ortsteil Sixthaselbach, einen Dorfladen etablieren. Dazu haben sie mit einer kleinen Unterschriftenliste die Aufmerksamkeit von Bürgermeister Hans Eichinger und vom Gemeinderat erregt.

Lili Fischer und Sophie Kalka planen, in Sixthaselbach einen Dorfladen zu eröffnen. Die Unterstützung des Wanger Bürgermeisters ist dem Duo schon gewis: Hans Eichinger gab nämlich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt, dass diese Initiative vorliege. „Einige jüngere und ältere Herrschaften“, so der Gemeindechef, hätten geschrieben. Die erste Reaktion im Gremium: „Gute Sache, aber die Gemeinde kann das nicht machen.“ Die beiden Initiatorinnen meinen es aber ziemlich ernst, auch wenn sie erst 14 und 15 Jahre jung sind. In einem Gespräch machten sie deutlich, dass sie einen echten Bedarf sehen. „Es gibt etliche ältere Mitbürger, die nicht mehr so mobil sind, und die hier nicht wissen, wo sie einkaufen sollen.“ Damit nicht genug: Sie könnten sich vorstellen, dass ein solcher Dorfladen ein neues Zentrum im Ort werden könnte. Das ist eine Erfahrung, die alle Dorfladen-Macher landauf landab bisher gemacht haben: Sobald es gelingt, eine Art Tagescafé zu integrieren, wird diese wichtige soziale Funktion erfüllt. Die beiden Schülerinnen sind trotz ihres jugendlichen Alters enorm realistisch und wissen ganz genau, dass mit Sixthaselbach und seiner Bevölkerung ein Dorfladen niemals funktionieren wird. Sie schauen auch auf die Nachbarorte wie Schweinersdorf, Bergen, Hagsdorf, Schlag, Inzkofen. Alle sind Ortseile von Wang ohne jede Einkaufsmöglichkeit. In der Summe, so hoffen die zwei Jugendlichen, könnte ein Kundenkreis zusammen kommen, der einen Dorfladen einigermaßen wirtschaftlich machen könnte. Und sie wissen auch, dass es ohne Geld nicht geht. Sie wollen sich auf die Suche nach Sponsoren machen. Und sie brauchen Freiwillige, schon für die Gründung eines Trägervereins, denn sie sind als noch Minderjährige dazu gar nicht berechtigt. Ihre Eltern stehen hinter den beiden. Das wurde bei dem Gesprächstermin deutlich, aber die Eltern hielten sich auch zurück, ließen ihre Tochter Sophie Kalka, die jetzt erst mal ihren Namen dafür her gegeben hat, wohlwollend machen. Tatsächlich ist die Schülerin genau so selbstbewusst wie ihre Freundin. „Wir backen ja auch gern mal, und dann brauchen wir auch immer wieder mal was.“ Sich dann aufs Radl zu schwingen und nach Mauern oder Moosburg zum nächsten Supermarkt zu fahren ist auch für die beiden nicht unbedingt attraktiv. Sie sind, machten sie deutlich, nicht allein, auch unter den Jugendlichen im Ort. Und so suchen sie jetzt Mitstreiter. Wer das Projekt mit voran bringen will sei eingeladen, sich unter den Telefonnummern 08764/1892 oder 08764/236405 zu melden. Bei beiden Nummern sei ein Anrufbeantworter geschaltet.

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