Dreikönig

Segen zum Start ins neue Jahr

Nach dem Vorbild des Propheten Elischa wird das Weihwasser, hier das Dreikönigswasser, durch gesegnetes Salz symbolisch haltbar gemacht.

Das Fest Heilige drei Könige feierten die Gläubigen im Pfarrverband Langenbach mit feierlichen Gottesdiensten, in denen auch das sogenannte Dreikönigswasser gesegnet wurde.

Das Erscheinen der drei Sterndeuter, erläuterte Pfarrer Julian Tokarski beim Festgottesdienst in St. Georg zu Oberhummel, sei ein Zeichen für eine neue Zeit, das die ganze Welt betreffe, das alle Menschen angehe. Am Ende der Eucharistiefeier segnete der Geistliche Salz, das er in das bereitstehende Gefäß mit Wasser mischte und es segnete. Die Gläubigen schöpften dann daraus und trugen ihr Dreikönigswasser nach Hause, um dort damit den Segen Gottes weiterzugeben und auch sich selbst zu segnen. Die Geschenke, die die heiligen die Könige dem Christuskind mitgebracht hatten, seien Gold, Weihrauch und Myrrhe gewesen, das wussten die Kinder, die dem Gottesdienst beiwohnten ganz genau. Sie stünden für das Königtum Jesu, ergänzte Pfarrer Julian Tokarski, für Jesus, den Priester (Weihrauch), aber auch für Christus, der am Kreuz leiden und sterben werde. Myrrhe sei nämlich ein schmerzlinderndes Kräutlein, das man früher Schwerkranken und Sterbenden verabreicht habe. Die drei Gaben hätten also „eine tiefe Bedeutung“, wusste Tokarski, und Weihnachten bzw. der Dreikönigstag seien deshalb „mit dem Kreuz eng verbunden“. In die Wiege „wird (dem Mensch) schon alles gelegt, aber wir wissen nicht, was kommen wird“. Freude und Leid gehörten zusammen, das drücke der Dreikönigstag aus. Andererseits, so der Prediger, sei der Festtag am 6. Januar „ein Fest des Aufbruchs“, bei dem man sich auf den Weg machen sollte, „um zu suchen“, u.zw. den, „der mir sein Heil, seine Freude, seine Barmherzigkeit versprochen hat“. Der erwachsene Erlöser habe aufgerufen: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben (Mt 1.28)“, führte der Pfarrer als Beweis dafür an. Die Sterndeuter hätten damals die Zeichen der Zeit verstanden, hätten erkannt: „Es ist etwas Besonderes passiert!“ Die Drei hätten erkannt, „dass eine neue Zeit entstanden ist“. Dabei hätten sie sich aber nicht als „das Wichtigste“ betrachtet, sondern sie hätten demütig das Knie vor dem kleinen König in Bethlehem gebeugt. Und sie hätten „sich nicht vor den Karren eines Despoten (Herodes) spannen lassen“, lobte Tokarski, der den kleinen König töten wollte. Die Botschaft sei, die Zeichen der Zeit zu deuten „und zu sehen, wo sich Gott der Welt zeigt (…) und sagt, du hast jetzt dein Ziel erreicht“. Der Geistliche warnte in diesem Zusammenhang davor, „sich von den Worten der Mächtigen blenden zu lassen“ und stellte die rhetorische Frage, „haben die Menschen etwas gelernt?“ Tokarski war aber auch voll der Hoffnung auf Gott, der den Weg zeige, der zum Ziel führt. Deshalb forderte er die Gläubigen einmal mehr auf: „Wir können uns auf den Weg machen!“ Segnen, im bayerischen Sprachgebrauch „weihen“, bedeutet, etwas Gott hinzureichen und auch Men-schen unter seinen Schutz zu stellen. Deshalb wird auch am Dreikönigstag Weihwasser gesegnet, dem der Volksmund eine besondere Wirkkraft zuspricht. Dazu segnet der Priester zuerst Salz, denn der Prophet Elischa hat schal gewordenes Wasser mit Salz wieder trinkbar gemacht. So wird es auch im Segensgebet erwähnt. Dann mischte der Pfarrer das Salz in das bereitstehende Wasser, segnet es und gibt es den Gläubigen zum Schöpfen frei. Diese machten in Oberhummel regen Gebrauch davon, das Dreikönigswasser mit nach Hause zu nehmen.

Quelle: freising-online

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