Dokumentation: Eching von Oben

Immer noch Dorf - nur urbaner

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Eching, wie es heute von der Vogelperspektive aus betrachtet aussieht. Ein bemerkenswerter Unterschied zu historischen Luftaufnahmen. 

Er war Elektrotechniker und ging irgendwann in Ruhestand. Dann hat er sein Faible für Geschichte Echings entdeckte. Seitdem sitzt er im Keller des Rathauses und hütet die Schätze im Gemeindearchiv. Günter Lammel (72) hütet sie nicht nur sondern er pflegt sie auch. Und, er gibt gerne Auskunft, wenn ein Verein eine Lücke in der eigenen Vereinsagenda hat und nicht mehr genau weiß, wer, wann jetzt gleich wieder Vorsitzender war. Dann stöbert Lammel in seinen Annalen. In hunderten von Bänden ist die bisweilen wechselvolle Geschichte von Eching fein säuberlich aufgeschrieben und dokumentiert. Der Gemeindearchivar arbeitet aber nicht nur im stillen Kämmerlein. Von Zeit zu Zeit sucht er sich ein spannendes Thema aus und geht damit an die Öffentlichkeit. Mal entführt er sein Publikum dann weit in die Vergangenheit, mal widmet er sich der jüngeren Echinger Geschichte. So geschehen am vergangenen Sonntag, als Lammel alte und neue Luftaufnahmen des Ortes präsentierte. Kaum zu glauben, was das binnen nicht einmal hundert Jahren für einen Unterschied macht. Das Interesse war beachtlich. Lammer landete mit seiner Historien-Schau im ASZ einen Erfolg. Nicht nur dass viele Leute gekommen sind, sie hatten hinterher viel zu erzählen.

In lockerer Folge organisieren der VdK Ortsverband und die Volkshochschule Eching Veranstaltungen, die in einer geselligen und gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen Informatives und Wissenswertes zu unterschiedlichsten Themen vermitteln. Am vergangenen Sonntag referierte der Gemeindearchivar, Herr Günter Lammel, über die Entwicklung der Ortschaft. Er zeigte Luftbildaufnahmen von 1938 bis in die jüngste Vergangenheit. Darunter auch die älteste vom Flugzeug aus gemachte Aufnahme der damals noch ziemlich dörflich geprägten Ortschaft. Lammel machte die teilweise rapide Entwicklung von Eching anhand weiterer Luftbilder bis in die heutige Zeit deutlich. Veränderungen in der Ortsmitte, die Erweiterung durch neue Baugebiete und das Wachstum des Industriegebiets, waren ebenfalls markante Themen, auf die der Gemeindearchivar in seiner Präsentation einging. 

Auch der Echinger See und das Freizeitgelände kamen dabei zur Sprache, wie Lammel auf Nachfrage mitteilte. Sehr spannend und auch unterhaltsam war mitanzusehen welch deutliche Veränderung das Ortsbild auch von oben erfahren hat. Zur ersten Änderung des einst bäuerlichen Ortsbildes trug die im Jahre 1890 eröffnete, offizielle Haltestelle der Eisenbahnlinie München – Landshut bei. Gleichzeitig dürfte in Eching auch die erste Poststelle eingerichtet worden sein. 1902 bekam der Ort mit dem elektrischen Strom auch den ersten öffentlichen Telefonanschluss. Bereits durch den Bau der Autobahn in den Jahren 1936 und 1938 setzte ein Wandel in der Bevölkerungsstruktur Echings ein. Denn, die ersten zuwandernden Arbeiter machten sich hier ansässig. 

Das heutige Eching hat ungefähr 7000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei einer Bevölkerungszahl von etwa 13 000. Somit hat sich Eching zu einem modernen, attraktiven Ort entwickelt, welcher auf eine lange geschichtliche Entwicklung zurückblicken kann. Eine rasante Entwicklung die auch durch die „Bilder von oben“ deutlich nachzuvollziehen war. Gut fünfzig Zuhörer zeigten sich jetzt von der, von langer Hand geplanten Präsentation im ASZ angetan. Es gab eine Reihe von Fragen. Es waren Leute da, die sich noch gut erinnern konnten, was genau da auf den Bildern von oben zu sehen war.

 „Die wussten mitunter besser Bescheid als ich“, gestand Lammel, mit dem Hinweis, dass die älteren Echinger sich natürlich noch gut erinnern konnten, wie ihr Dort dereinst aussah und welche Gebäude, wie genutzt und situiert waren. Lammel macht so etwas gerne noch einmal, so lange er noch Gemeindearchivar ist, wie er insgeheim verriet. Den Umzug ins neu sanierte und umgebaute Rathaus, den tut er sich nämlich nicht mehr an. Es bleiben also noch gut eineinhalb Jahre Zeit, dem Archivar in seinem Domizil im Ersatzrathaus im Gewerbegebiet einen Besuch abzustatten und sich nach historisch interessanten Begebenheit und dergleichen Anliegen mehr zu erkundigen.

Quelle: freising-online

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