Freisinger Schurken im Visier:

Ein neuer Film: Ernst Keller widmet sich echten Halunken „unrühmliche Zeiten“

Geiger-Brüder  in umarmung
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Die Geiger-Brüder nach dem Ausbruch beim Überqueren der Moosach.

Ernst Keller aus Fürholzen hat sich einer anderen Gruselgeschichten aus dem Landkreis gewidmet und wird in Kürze eine Kombination Buch/Film veröffentlichen.

Ernst Keller aus Fürholzen betreibt seit rund 35 Jahren Heimatgeschichtsforschung - nach dem Film „Damals - Unsere Heimat in der Zeit der Weltkriege“ (2008) und Buch und Film „Als der Luftkrieg in unsere Heimat kam“ (2016) wird noch heuer eine weitere Kombination aus Lektüre und Kino-Erlebnis folgen: Keller widmete sich dabei dem Landkreis und „Unrühmlichen Zeiten“.

In diesem Film geht es um ein paar exemplarisch ausgesuchte Kriminalgeschichten, die sich in Freising und Umgebung tatsächlich zugetragen haben und im Buch zusammen mit weiteren düsteren Geschichten ausführlich beschrieben werden. Ein Kapitelwurde sogar Neufahrner Kriminalfällen gewidmet. Eine dieser Geschichten beschäftigt sich ausführlich mit dem grausamen Mord an einer Neufahrner Bäuerin am Fronleichnamstag 1852. Gedreht wurde zumeist an den Originalschauplätzen, geschnitten und vertont im Studio Winklmeier in Fürholzen.

Der Zeitraum von der Tat bis zur Verhandlung, meist vor dem Schwurgericht München, und zur Vollstreckung des Urteils, reicht vom 19. Jahrhundert bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts hinein. Schurken hatten dabei für ihre Missetaten mit Strafen bis zum Schafott zu rechnen. Die erste Hinrichtungsstätte in Freising befand sich ab der jüngeren Neuzeit nahe der alten Münchner Straße – außerhalb des Münchner Tors - auf dem so genannten Schleiferängerl, heute steht dort der Realmarkt. Ab 1709 wechselte der Standort des Galgens beim Bau des Scharfrichterhauses, dem späteren „Schillerbauern“, auf die Anhöhe zwischen der heutigen Prinz-Ludwig-Straße und dem Plantagenweg. Eine der wenigen Schilderungen einer Hinrichtung verwahrt die Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek.

Gestohlene Hühner werden im Waldversteck von der Bande verzehrt.

Danach war es am 20. Dezember 1748 zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen. Beim Versuch, einen Geächteten zu hängen, soll zum großen Unwillen der Henkersknechte der Strang gerissen sein. Als diese nun mit aller Gewalt den Verurteilten am Boden erdrosseln wollten, schritten Weihenstephaner Studenten ein, packten den armen Kerl auf ein Pferd und entführten ihn in das nahe gelegene Kloster Weihenstephan - wo die Verfolger keinen Zutritt hatten, weil Weihenstephan damals für die Freisinger Schergen Ausland war. Später, im Jahr 1808, ist der morsche Galgen sogar abgebrochen. Nach der Säkularisation 1803 gab es in Freising überhaupt keine Hinrichtungen mehr.

Die todeswürdigen Verbrechen wie Mord, Raub oder Brandstiftung – von Freisinger Tätern - wurden in München ab 1848 vor dem Schwurgericht verhandelt und dort auch vollstreckt. Die letzte öffentliche Hinrichtung mit dem Schwert fand 1854 statt, die letzte mit der Guillotine, also dem Fallbeil, 1861. Ab 1895 wurden die Hinrichtungen in einem geschlossenen Raum in Stadelheim vollzogen. Das Buch erscheint im Fink Media Verlag Freising, die Filmdokumentation wurde produziert im Studio Winklmeier, Fürholzen. Der FIlm wird wird zunächst im Cineplex Neufahrn laufen, Premiere Anfang Dezember 2021, genaue Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Der Landkreis Freising ist eine wahre Kulturstädte! Unter anderem präsentiert Paul Hilz bei seiner letzten Ausstellung diverse künstlerische Ergüsse. Und: Derzeit stellt Ifeanyi Christian Okolo im Rahmen der zweiten Kickstart-Runde drei Skulpturen aus Holz in Freising aus.

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