Eine Auszeichnung als „Entlohnung“

Frei

sing (dj) · Diese sensationelle Prämierung beweist: Mit der Idee, jugendlichen Menschen mit Förderbedarf eine alternative nachmittagsbetreuung im naturnahen Rahmen anzubieten, lagen die Initiatoren genau richtig. Denn exakt dafür steht „jaf“. Genauer sind diese Buchstaben die Ankürzung für Jakob, Andreas und Ferdinand. Diese drei Burschen haben ein Handicap, nämlich Förderbedarf. Und dennoch sollen sie leben, lernen und Kontakt zu gleichaltrigen Kindern haben, um sich bestens entwickeln zu können: „Man muss nicht Leben simulieren“, bringt es Daniel Petanic auf den Punkt. Sondern Leben leben. Der Sozialpädagoge betret an drei Nachmittagen in der Woche das jaf-Terzett in einem Raum in der Biogärtnerei Schönegge in Meilendorf. „Es gibt hier viele Möglichkeiten mit Tieren, einem Spielplatz und der Natur“, so Petanic weiter. Trotzdem geht es nicht nur darum, den Zeitraum zwischen 13 und 17 Uhr spielerisch zu vertreiben, sondern darum, über Learning by Doing das eigene Leben bewältigen zu können. So sind Wochenaufgaben mit Essen Kaufen oder Ernten klar verteilt und festgelegt, auch wenn Ferdinand heute keine rechte Lust hat, ist er dennoch mit Kochen dran. Dienstags gibt es Nudeln, und für die Soße kriegen alle drei ihr Gemüse zum Schneiden: Jakob übernimmt die Zucchini, Ferdinand die Paprika, und Andreas macht es keine Mühe, die tränentreibenden Zwiebeln klein zu hacken. Unterstützt, aber nie bevormundet von Petanic und der zweiten Betreuerin, Lilian Schwaiger. Neben der Meilendorfer Gruppe hat sich mittlerweile mit Schuljahresbeginn eine zweite gegründet, die ihren Platz in der Freisinger Gärtnerei Lösch gefunden hat. Dort verbringen fünf weitere Kinder und Jugendliche ihre Nachmittage. Zudem wurde das Gespräch mit der Nachmittagsbetreuung der Freisinger Montessorischule gesucht, in die die meisten der Kinder gehen. Dank der Offenheit der Montessorischule können die jaf-Jugendlichen auch einen Teil der Betreuungszeit zusammen mit den Montessorikindern an der Schule verbringen. Generell versucht der Verein, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Eltern einzugehen, so weit es der finanziell gesteckte Rahmen es zulässt. Eine große Hilfe ist natürlich das so genannte „Persönliche Budget“, das Menschen mit Behinderungen oder chronischer Erkrankung anstatt einer Sach- oder Dienstleistung Geld zuspricht. Die Anfangsfinanzierung hat bereits der Landkreis Freising im Jahr 2007 übernommen. Das Betreuungspersonal arbeitet aktuell gegen ein Gehalt, alle anderen Arbeiten werden von den Initiatoren ehrenamtlich geleistet, aber wie Vorstand Julia Zacherl-König festellt: „Die Auszeichnung als Offizielles Dekade-Projekt der UN-Weltdekade 2010/11 ist eine schöne Entlohnung.“ Kontakt ist möglich über die Mailadresse jafev@web.de

Meistgelesen

Gemeinsam gegen den Krebs
Freising
Gemeinsam gegen den Krebs
Gemeinsam gegen den Krebs
Florian Simbeck - ,LOL'
Freising
Florian Simbeck -,LOL'
Florian Simbeck - ,LOL'
Kaiserwetter beim Herbstschauumzug
Kaiserwetter beim Herbstschauumzug
Ein echter Farbtupfer
Freising
Ein echter Farbtupfer
Ein echter Farbtupfer

Kommentare