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Fasching? Aber sicher!

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Verkehrssicher? In jedem Fall aber spektakulär sind die teilnehmenden Wagen an Faschingsumzügen wie hier beim Nachtumzug in Gammelsdorf.

Bald starten sie wieder, die Faschingsumzüge. Doch in diesem Jahr könnte eine strengere Auslegung des Straßenverkehrsrechts vielen Faschingsvereinen die Laune verderben: Fahrzeuge, bei denen Auf- und Umbauten vorgenommen wurden, benötigen erstmals eine TÜV-Bescheinigung.

Der Grund: In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Unfällen gekommen – durch die Maßnahme soll das Risiko vermindert werden. 

Allerdings wird dadurch auch die Bereitschaft größer, Umzüge überhaupt durchzuführen oder daran teilzunehmen. Höhere Auflagen und höhere Kosten erschweren den Veranstaltern die Organisation - viele Beteiligte schwenken vom Wagen auf eine Fußgruppe um.

Ein Groll über die Verordnungen ist deutlich spürbar innerhalb der Faschingsgesellschaften, auch wenn Eva Dörpinbghaus, Presseprecherin des Landratsamts, betont:  „Das Ganze ist nicht neu! Diese Verordnung ist seit 1989 in Kraft und steht seither auch in jedem unserer diesbezüglichen Bescheide. Die Regierung bat die Landratsämter lediglich darum, noch einmal hieran zu erinnern, dass diese TÜV-Gutachten erforderlich sind“.  

Grundsätzlich unterliegen  Faschingszug-Wagen somit den generellen Bedingungen, die für am Straßenverkehr teilnehmende Fahrzeuge  gelten.

Die Verordnungen, die für an Faschingszügen teilnehmende Gefährte gilt, ist auf der Homepage des Landratsamts Freising einzusehen. Dessen Pressesprecherin Eva Dörpinghaus stellt fest, dass die Bedingungen auch  nicht neu seien, sondern nur aufmerksamer umgesetzt werden sollen.Elenea Völz, Geschäftsleiterin des Markts Nandlstadt, möchte nicht bestätigen, dass der traditionelle Faschingsdienstagsumzug der Gemeinde mangels teilnehmender Wagen gefährdet sei, eine Veränderung  des Gesamtbilds schließt sie aber nicht aus:  „Sicher werden künftig mehr Fußgruppen an den Umzügen teilnehmen. Ich denke, dass alles mit dem Umfang und den Kosten der Überprüfung steht und fällt“. Allerdings habe es auch in den vergangenen Jahren bereits Sichtkontrollen durch die Polizei gegeben - die waren aber „kostenlos“. Gebühren und Bürokratie - für die fünfte Jahreszeit eine unpassende Hürde? Florian Zellner, Mitorganisator des größten Faschingsumzugs im Landkreis, des Gammelsdorfer Nachtumzugs am Rosenmontag, ist heilfroh, dass sein Gaudiwurm heuer noch eine Schonzeit kriegt, befürchtet aber für die kommenden Jahre: „Die Abgabe von TÜV-Berichten gilt für unseren Umzug dank des Einsatzes unseres Bürgermeisters Paul Bauer und der  beiden Landräte heuer noch nicht. Da aber fürs nächste Jahr diese Regelung der TÜV-Abgabeberichte angeblich ohne Rücksicht durchgezogen werden soll, ist das sicherlich der Tod für die meisten Umzugsbetreiber und Veranstalter von Festumzügen!“ Zellner legt dabei Wert auf die Feststellung, dass die organisierenden Faschingsgesellschaften Umzüge als Non-Profit-Veranstaltungen verstehen und diese für die Bespaßung der Bevölkerung auf die Beine stellen. „Aber immer mehr Bürokratie macht die Gesellschaft kaputt. Wir können nur den Rat geben, sich frühzeitig mit allen Betroffenen an einen Tisch zu setzen, um das Thema in Ruhe zu behandeln. Andernfalls wird uns eben wieder ein Stück Freiheit in unserer Gesellschaft genommen - mal schauen, was sie sich für kommenden Jahre alles einfallen lassen“.Zugedrückte Augen - zumindest noch in dieser Saison - bestätigt auch Elena Völz, Verständnis für die Auflagen hat die Rathaus-Angestellte aber allemal: „Es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass viele  Unfälle im Rahmen von Faschingsumzügen passiert sind. Daher kann ich grundsätzlich verstehen, dass die Wägen auf ihre Sicherheit kontrolliert werden. Außerdem möchte sich im Falle eines Unfalls niemand vorwerfen lassen, dass man sich nicht drum gekümmert habe. Aber vieles hängt von der Vernunft der Teilnehmer ab“.  

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