„Karriereende“ mit echtem Knalleffekt

Finissage: Paul Hilz hört mit dem Malen auf - Eine letzte Ausstellung in der Moosburger vhs

Paul Hilz und Dr. Nico Firnkees
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Der Künstler Paul Hilz lauscht dem Laudator Dr. Nico Firnkees.

47 seiner Werke hat der Moosburger Künstler Paul Hilz am vergangenen Wochenende in der Moosburger vhs ausgestellt und damit zahlreiche Besucher zum Besuch gelockt.

Finissage! Der Moosburger Tausendsassa Paul Hilz hat seine öffentliche Vita als Künstler am vergangenen Sonntagabend beendet. Übers Herbstmarkt-Wochenende waren nochmal 47 ausgesuchte Werke in der Moosburger Volkshochschule ausgestellt und fanden überwältigendes Interesse der Besucher.

Schon bei der Vernissage am Freitag Abend reichten die vorbereiteten Sitzgelegenheiten in der vhs bei weitem nicht aus für den Ansturm der Gäste, darunter Vize-Landrätin Anita Meinelt und Zeiter Bürgermeister Georg Hadersdorfer. Der Gastgeber zeigte sich „überwältigt von diesem Besuch“. Hilz sitzt nach einem fatalen unverschuldeten Verkehrsunfall mittlerweile querschnittegelähmt im Rollstuhl - der so umtriebige Musikus, Ex-Lehrer, Jäger, Weltreisende und Künstler hat seine Bewegungsfreiheit verloren, ist in seiner „Hundshüttn“, wie er sein selbst gestaltetes alpin gestaltetes Heim in drei Räumen gefangen.

So wird sogar der Weg ins erste Geschoss zu seinen Bildern und ins Atelier zur unüberwindlichen Hürde. Zeit, die malerische Laufbahn ad acta zu legen. Dennoch müht sich das mittlerweile 82-Jährige Energiebündel, demonstrativ Lebensfreude zu versprühen. Und drückt dies auch explizit aus: „Wir wollen uns heute des Lebens freuen“, lud er die Gäste ein: „Mensch, werde wesentlich! Was wäre das Leben ohne Natur- und Kunstgenuss. Spazierengehen“ sollten die Besucher der Ausstellung in seinen Werken. Die, da bedurfte es auch nicht der fachkundigen Worte von Musikwissenschaftler und Laudator Dr. Niko Firnkees, zeigten die mannigfachen Schattierungen des Hilzschen Schaffens:

Stefan Metz sorgte für die klassischen Töne.

„Alle Werke zeigen Kunst unterschiedlichster Art. Allen gemein ist anzusehen, mit wie wenig Material der Künstler Paul Hilz auskommt, um sich auszudrücken. Die Bilder bestechen durch Klarheit und romantische Tiefgründigkeit!“ Garniert mit gehörig Knistern, denn wer nur lange genug in Hilzs Bildern lustwandelt, der findet sie, die erotischen Anspielungen, die ein ganz spezielles Stilmittel im Wirken von Paul Hilz sind: „Das ewig Weibliche! Es lässt jede Menge Fragezeichen und Interpretationsspielraum für den Betrachter“, fand denn auch Dr. Firnkees. Damit bringt die Intention des Künstlers auf den Punkt, denn Paul Hilz schloss seine Begrüßung mit den Worten: „Die Kunst ist eine Macht vergleichbar mit der Liebe!“

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