Krimi vorgestellt

Nico Firnkees sucht den feigen Mörder

Volles Haus bei der Vorstellung von Niko Firnkees‘ zweitem Roman „Grün sticht“ im Café am Münster in Moosburg. Der Autor brillierte mit zuweilem schwarzen Humor.

Niko Firnkees aus Moosburg hat seinen zweiten Roman veröffentlicht: „Grün sticht“ musste er bei der Lesung im Café am Münster signieren, nachdem er einige Appetithappen über eine sechsteilige Mordserie vorgetragen hatte.

Wenn einem Musiklehrer, noch dazu Doktor der Musikwissenschaft, der zudem zuweilen journalistisch tätig ist, noch Zeit bleibt, dann schreibt er einen Krimi. Niko Firnkees aus Moosburg jedenfalls hat das getan, und er geht gleich in die Vollen: Nicht einen simplen Mord arbeiten seine „Helden“ auf, nein: Eine ganze Mordserie. Und da kommt dann auch so ziemlich alles vor, was nicht vorkommen darf: Polizeibeamte, die Kollegen in Afrika bestechen und die dafür erforderlichen (Steuer-)Gelder jetzt irgendwie getarnt verbuchen müssen, Reisen ins östliche Ausland, wo die Autos hin verschoben werden, die entweder nicht mehr recht verkäuflich sind oder bei einer Straftat – eben einem der Morde – eine Rolle gespielt haben, also Spurenträger sind. Er gibt viel von sich preis, der Musikpädagoge und nebenamtliche Kirchenmusiker, nicht nur, wenn er angesichts des rappelvollen „Café am Münster“ auf „Mittelstufenlautstärke“ gehen muss. Dabei war Wirtin Sabine Schöne noch enorm rücksichtsvoll: Cappuccino war gestrichen. Grund: Der Milchschäumer hätte Störgeräusche entwickelt, die jeden Lehrer zur Weißglut gebracht hätten. Und er ist ein leidenschaftlicher Schafkopfer. Auch das wissen seine Fans jetzt endgültig. „Grün sticht“ ist denn auch der Titel seines zweiten Werks, das in Franken spielt, und in dem er auch seine Erfahrungen als „Pressefritze“ einfließen lässt und die allgegenwärtige Frage, woher Medienvertreter ihre Informationen haben. Dass die Spur eines Autos, das als Mordwaffe gedient hat, über Litauen nach Weißrussland verfolgt wird hat ebenfalls einen Grund: In Litauen kennt er sich etwas aus, war er doch schon auf Konzertreise mit einem Chor dort. Was das Schafkopfen angeht, gibt es in den Dialogen der ermittelnden Beamten viel launige Nachhilfe: „Man kann grundsätzlich so ein Spiel auch teuer machen“, doziert der Herr Doktor über die Regeln des Falschspiels, das selbstverständlich auch vorkommt. Mordopfer müssen beerdigt werden, wenn die Leiche frei gegeben ist. Man hofft, den Mörder bei der Beerdigung zu finden, also wird sie entsprechend inszeniert. Wie das aber machen, wenn das Mordopfer ein aus der Kirche ausgetretener Hartz-4-Empfänger ist, für den sich keiner interessiert, es also eine „Bestattung von Amts wegen“ ist? Wer Firnkees kennt, der weiß um seinen zuweilen etwas schwarzen Humor, den man mögen muss. „Jetzt kommt endlich die Beerdigung“, kündigte er darum bei seiner Lesung an, bei der er sich mit Günter Reither ablöste, um die Dialoge auch als solche zu gestalten. Sein Buch ist im Buchhandel zu bekommen (ISBN 978-3-9819290-0-3), hat 212 spannende Seiten, und der Autor konnte seine Gäste bei der Lesung beruhigen: „Irgendwann wird der Täter gefangen“, meinte er verschmitzt und fuhr fort: „Am Schluss, wie üblich in solchen Fällen, klappt das auch mit der Beweisführung.“

Quelle: freising-online

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